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Was sind Pronomen?

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Pronomen einfach erklärt

In diesem Artikel lernst Du die Pronomen kennen, die Substantive begleiten oder ersetzen. Dabei erfährst Du auch, welche unterschiedlichen Arten von Fürwörtern es gibt und worin Sie sich unterscheiden. Denn Wörter haben im Satz unterschiedliche Aufgaben. Deshalb werden sie in verschiedene Gruppen eingeteilt. Falls Du nicht alles gleich verstehst und Unterstützung brauchst, hilft Dir unsere Deutsch Nachhilfe gerne weiter.

Pronomen – Eine Definition

Pronomen, auch unter dem Begriff Fürwort bekannt, fungieren als Stellvertreter des Nomens oder als dessen Begleiter. Dabei stehen sie stellvertretend für Menschen, Tiere oder Dinge. Deshalb werden sie auch Fürwörter genannt. Indes werden die verschiedenen Pronomen in der Regel mit kleinen Anfangsbuchstaben geschrieben (Ausnahme: Anredepronomen Sie, Ihnen usw.) Doch aufgepasst! Falls Du ein Pronomen in einer Aussage verwenden möchtest, solltest Du unbedingt darauf achten, dass zuerst das Bezugswort (Substantiv) genannt oder bestimmt wird, bevor Du im zweiten Schritt das Fürwort als Stellvertreter einbaust. Klingt kompliziert? Schauen wir uns doch direkt einmal ein Beispiel an.

Beispiel: Hast Du meinen Schlüssel gesehen? – Ich glaube, er liegt auf dem Küchentisch.

Pronomen können aber auch verwendet werden, um Substantive näher zu bestimmen. Wenn Deine Mutter Dich fragt: „Möchtest Du heute diesen Pullover anziehen?“, gibt das Pronomen „diesen“ einen genaueren Hinweis, welchen Pullover sie genau meint. Anders als Adjektive kannst Du Fürwörter aber nicht zwischen einen Artikel und ein Substantiv stellen.

Fürwörter – Die verschiedenen Arten & ihre Funktion

Wie Du bereits erfahren hast, können Pronomen zwei Funktionen erfüllen: Du verwendest sie entweder als Begleiter oder als Stellvertreter eins Substantivs. Allgemein helfen sie Dir dabei, unnötige Wiederholungen von Substantiven zu vermeiden. Dabei können sie in sieben verschiedene Untergruppen eingeteilt werden. Daher haben wir für Dich die wichtigsten Arten übersichtlich zusammengefasst. Wenn Du noch tiefer in die Materie einsteigen möchtest, findest Du auf der Seite der Universität Rostock eine leicht verständliche Übersicht.

Doch auch beim Lesen lernen erfährst Du ganz nebenbei, wie Du die verschiedenen Arten von Fürwörtern richtig einsetzt. Schau Dir doch einmal an, wie Substantive in Deinem Lieblingsbuch ersetzt werden. Danach kannst Du Dein neu erworbenes Wissen beim Schreiben lernen einsetzen.

Personalpronomen

Wusstest Du eigentlich, dass Personalpronomen (persönliches Fürwort) am häufigsten verwendet werden? Dabei ersetzen sie ein bereits genanntes Namenwort. Im Deutschen werden sie zudem oft verwendet, um über die eigene Person bzw. über andere Menschen zu sprechen. Hierzu gehören:

Ich: Sprecher:in bezeichnet sich selbst.

Du: Eine einzelne Person wird angesprochen.

Ersie und es: Bezeichnet eine Person oder Sache, über die gesprochen wird. 

Wir: Bezeichnet eine Gruppe, zu der auch der/die Sprecher:in gehört. 

Ihr: Eine Gruppe von Zuhörer:innen wird angesprochen. 

Sie: Steht für mehrere Personen oder Sachen, über die gesprochen wird.

Personalpronomen im 1. Fall
Abb.1: Die Personalpronomen im Nominativ

Darüber hinaus gibt es noch die verallgemeinernde Form des Personalpronomens „man“. Dabei möchten wir Dir anhand einiger Beispiele verdeutlichen, wie Personalpronomen genau verwendet werden. Mit Hilfe der unterschiedlichen Farben kannst Du zudem erkennen, auf welches Wort es sich genau bezieht: 

  • Annika und Max lernen heute zusammen für die Mathearbeit. Sie treffen sich nach der Schule im Jugendzentrum.
  • Martin geht heute ins Kino, er möchte den neuen Action-Film sehen.

Achtung!

Das Personalpronomen „sie“ hat verschiedene Bedeutungen. Daher merkt man erst am Verb, ob damit eine oder mehrere Personen gemeint sind. Wenn Du sagst: „Sie fährt Fahrrad“, sprichst Du von einer Person. Indes kannst Du durch die Verwendung eines Fürwortes auch darauf hinweisen, dass mehrere Personen mit dem Fahrrad unterwegs sind („Sie fahren Fahrrad“). Außerdem gibt es noch die höfliche Anrede „Sie“, die immer großgeschrieben wird. Du verwendest sie, wenn Du zum Beispiel fremde Erwachsene ansprichst.

Possessivpronomen

Possessivpronomen drücken einen Besitz oder eine allgemeine Zugehörigkeit aus. Welches dabei gewählt wird, hängt in erster Linie von der Person, dem Numerus und vom Genus (3. Person Singular) ab. In der Regel fungieren Possessivpronomen als ein Substantiv und stehen direkt davor. 

  • Das ist mein Zug, ich muss jetzt gehen!

Zudem können sie das Namenwort aber auch ersetzen:

  • Ist das Dein Koffer? Ja, das ist meiner.

Demonstrativpronomen

Demonstrativpronomen, auch als hinweisendes Fürwort bekannt, werden verwendet, um auf eine Person, einen Gegenstand oder Sachverhalt zu verweisen. Zudem werden sie auch benutzt, um etwas sprachlich besonders hervorzuheben. Schauen wir uns doch einmal ein Beispiel an:

Ich habe zwei Schwestern. Diese sind beide jünger als ich.

Dabei unterscheidet man im Deutschen zwischen folgenden Demonstrativpronomen:

  • „dieser/diese/dieses“: Hiermit verweist man auf etwas, was sich räumlich/zeitlich in der Nähe befindet.
  • „jener/jene/jenes“: Bezieht sich auf etwas, was sich räumlich/zeitlich in der Ferne befindet.

Klingt ganz schön kompliziert, oder? Doch keine Sorge! Es ist viel einfacher, als Du denkst: Damit Du Dir das Ganze besser vorstellen kannst, schauen wir uns zwei Beispiele an:

  • Dieses neue Buch ist spannender als jenes alte Buch. (zeitlich)
  • Dieses Auto hier ist teuer, jenes dort drüben nicht. (räumlich)

Relativpronomen

Die Relativpronomen „der/die/das“ oder „welcher/welche/welches“ leiten eine bestimmte Art von Nebensätzen, die sogenannten Relativsätze, ein. Dabei gibt es drei Relativpronomen, die Du Dir unbedingt merken solltest: „der“„die“ und „das“. Doch es gibt noch weitere: „welcher“„welche“ und „welches“. Aber auch „wer“ und „was“ können als Relativpronomen verwendet werden. Da Relativsätze ein Nomen genauer beschreiben, stehen sie in der Regel direkt hinter diesem Bezugswort:

  • Der Mann, der dort steht, ist mein Vater.
  • Der Schulbus, auf den ich warte, kommt in 5 Minuten.

Indefinitpronomen

Indefinitpronomen, auch unbestimmte Fürwörter genannt, kommen zum Einsatz, wenn eine Person oder ein Gegenstand nicht genauer bezeichnet werden kann. Außerdem kannst Du sie verwenden, wenn Du Dinge verallgemeinern möchtest. Dabei gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Indefinitpronomen. Hierzu gehören zum Beispiel: 

„jemand“„niemand“„etwas“„nichts“„alle“„jeder“„kein“„manche“„mehrere“„etliche“ und „man“.

Reflexivpronomen

Reflexivpronomen beziehen sich auf das Subjekt des Satzes, in dem Sinne, dass es den Subjektgegenstand wiederaufnimmt. Konkret bedeutet das, dass der im Subjekt genannte Gegenstand noch einmal in einer zweiten Rolle (z.B.: als Objekt) im selben Satz genannt wird. Diese zurückweisende Funktion wird dabei auch anaphorisch genannt. Klingt ganz schön kompliziert, oder? Damit Du das Ganze besser verstehst, haben wir zwei Beispiele formuliert.

Schau Dir einmal folgende Beispielsätze an:

  • „Du kämmst Dir die Haare.“ 
  • „Er putzt sich die Zähne.“

Fällt Dir etwas auf? In beiden Sätzen ist die Person sowohl das Subjekt, das handelt, als auch das Objekt, an dem die Handlung vorgenommen wird. Da „Dir“ und „sich“ dabei wie ein reflektierender Spiegel auf das Subjekt zurückverweisen, werden sie auch Reflexivpronomen genannt (vgl. Hoberg, 2014, S.190).

Interrogativpronomen

Interrogativpronomen wie zum Beispiel „wer“„was“„welcher“„wem“„wen“ und „wessen“ ersetzen das Hauptwort in einer Frage.  So stehen zum Beispiel in den Sätzen „Wer hat heute Nachmittag Zeit?“ oder „Wen lädst Du zu Deiner Geburtstagsfeier ein?“. Indes stehen Fürwörter stellvertretend für die Person, nach der Du explizit fragst.

Die Deklination von Pronomen

Wie bereits erwähnt, werden Pronomen als Stellvertreter oder Begleiter eines Nomens verwendet. Dabei müssen sie in Anzahl, Geschlecht und Fall an dieses angepasst werden. Deshalb können sie anders als zum Beispiel die Präpositionen dekliniert werden. 

Diese Übersicht zeigt Dir, welches Personalpronomen zu welchem Fall gehört. Doch Du musst die Tabelle nicht unbedingt auswendig lernen. Schließlich kann die Deklination von Fürwörtern auch spielerisch in der Vorschule trainiert werden. Zudem gilt es als erwiesen, dass auch das Buchstaben lernen beim Erwerb sprachlicher Strukturen hilft.

Tabelle 1: Personalpronomen in den verschiedenen Fällen

Nominativich       du er siees wirihrsieSie
Dativ mirdir ihm ihr ihmunseuch ihnen Ihnen
Akkusativmich dich ihnsiees unseuch sieSie

Doch das war noch nicht alles! Als Ersatz für den Genitiv kommen zudem die Possessivpronomen zum Einsatz. Sie lauten:

Tabelle 2: Possessivpronomen im Genitiv

Nominativmeindeinsein ihrunsereuer ihrIhr
Genitivmeines/rdeines/rseines/rihres/runseres/reures/rihres/rIhres/r
Dativmeinem/rdeinem/rseinem/rihrem/runserem/reurem/rihrem/rIhrem/r
Akkusativmeine/ndeine/nseine/nihre/nunsere/neuere/nihre/n      Ihre/n

Zudem werden auch die übrigen Arten dekliniert. Allerdings gibt es auch hier wieder eine Ausnahme. Indes bleibt die Form der Indefinitpronomen man, etwas und nichts immer gleich.

Pronomen üben – Das Arbeitsblatt

Nun hast Du einiges gelernt und darfst Dein Können unter Beweis stellen. Deshalb kannst Du Dein neues Wissen mit unserem Arbeitsblatt überprüfen. So siehst Du, wie gut Du den Umgang mit Fürwörtern beherrschst. Aber auch in unserer Rubrik frühkindliche Bildung findest Du viele praktische Übungen. Schau doch einfach einmal dort vorbei. Falls Du noch auf der Suche nach coolen Lerntipps bist, hilft Dir unser Artikel zur Lernmotivation für Kinder mit Sicherheit weiter. Doch nun ran an das Arbeitsblatt! Wir wünschen Euch beim Lösen der Aufgaben viel Freude!

Nun kennst Du die verschiedenen Arten von Pronomen und weißt genau, wie man sie verwendet. Das war doch gar nicht so schwer, oder? Wenn Du unsere Tipps und Übungsaufgaben berücksichtigst, meisterst Du nicht nur die nächste Deutscharbeit, sondern mauserst Dich zudem zu einem wahren Buchstabenjongleur. Falls Du noch mehr erfahren möchtest, schau doch mal bei unserer Hausaufgabenbetreuung vorbei.

Literatur

Hoberg, Rudolf und Ursula, Stang, Christian, von Heyl, Rudolf (2014): „Duden Ratgeber: Rechtschreibung und Grammatik“, Berlin.

Kölmel, Birgit (2011): Einfach klasse in Deutsch: Grammatik Wissen Üben Testen“, Mannheim.

FAQs zu Pronomen

Welche Arten von Pronomen gibt es?

Im Deutschen unterscheidet man zwischen sieben verschiedenen Pronomentypen: Personalpronomen, Possessivpronomen, Demonstrativpronomen, Relativpronomen, Interrogativpronomen, Indefinitpronomen und Reflexivpronomen.

Zu welchen Tätigkeitswörtern passt ein Reflexivpronomen?

Reflexivpronomen passen nur zu reflexiven Verben. Denn reflexive Verben drücken eine Tätigkeit aus, die sich auf das Subjekt selbst bezieht, wie zum Beispiel in dem Satz: „Er wäscht sich“. Indes ergibt die Aussage: „Er trägt sich“ keinen Sinn, da niemand sich selbst hochheben kann.

Schreibt man Anredepronomen groß oder klein?

Es gibt zwei Arten, eine Person anzusprechen, nämlich die höfliche Anrede „Sie“ und die vertraulichere Form „Du“. Wenn Du jemanden in der Höflichkeitsform ansprichst, schreibst Du die Anredefürwörter auf jeden Fall groß. Dabei findest Du genauere Informationen in unserem Artikel zur Rechtschreibung.

Stehen Pronomen immer stellvertretend für ein Substantiv?

Fürwörter können stellvertretend für Namenwörter stehen und im Text ihren Platz einnehmen. Sie können aber auch Begleiter von Nomen sein. Ein Beispiel hierfür wäre: „Mein Freund kommt mich heute besuchen“.

Inwiefern unterscheiden sich Relativpronomen von Artikeln?

Die Wörter „der“„die“ und „das“ können als Artikel, aber auch als Relativpronomen verwendet werden. Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du versuchen, sie durch welcherwelche und welches zu ersetzen.

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