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Kommasetzung – Die sieben Regeln

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Kommasetzung - Sieben Regeln

Im Deutschen gibt es viele verschiedene Satzzeichen. Eines davon ist das Komma. Es ist wohl am schwierigsten einzusetzen und folgt vielen verschiedenen Regeln. Die Kommasetzung hat aber durchaus ihren Sinn und strukturiert komplizierte Sätze. Außerdem kannst Du bei einigen Wörtern gleich davon ausgehen, dass ein Komma gesetzt wird. Wir erklären Dir im folgenden Artikel, wie Du Dir die Kommasetzung ganz einfach merken kannst. Falls Du noch mehr Unterstützung benötigst, helfen wir Dir gerne in unserer Deutsch Nachhilfe.

Wann setzt man ein Komma?

Das Komma ist ein Zeichen, um komplizierte Sätze übersichtlicher zu machen. Mit der Kommasetzung werden Haupt- und Nebensätze voneinander getrennt. So kann man die einzelnen Teilsätze leichter verstehen. Es muss jedoch immer innerhalb eines Satzes stehen und unterscheidet sich damit von anderen Trennungszeichen, wie unter anderem dem Punkt (vgl. Rademacher, 2015). Am einfachsten ist die Kommaregel bei Aufzählungen. Es gibt aber auch komplexere Satzkonstruktionen, bei denen andere Vorgaben gelten. Insgesamt gibt es nur sieben Faustregeln, die Du hierfür beim Schreiben lernen berücksichtigen musst. Wenn Du diese Regeln beherrschst, kannst Du die Interpunktion einwandfrei anwenden.

7 Regeln zur Kommasetzung

Mit unseren 7 Regeln zur Interpunktion wird Dir die Kommasetzung ganz leichtfallen. Es gibt einige Signalwörter, bei denen die Interpunktion sicher ist, zum Beispiel bei bestimmten Konjunktionen. Auch bei anderen Formulierungen wird ein Komma gesetzt. Wir zeigen Dir die wichtigsten Grammatik-Regeln für die Kommasetzung. Ebenso kann unsere Hausaufgabenbetreuung sehr hilfreich sein, wenn Du bei Übungen zur Kommasetzung noch Unterstützung benötigst.

Vor Bindewörtern

Konjunktionen sind Bindewörter. Sie verbinden zwei Hauptsätze oder leiten einen Nebensatz ein. Beispiele für Konjunktionen sind: entweder, sowie, jedoch, aber. Es gibt entgegengesetzte Konjunktionen, die zwei Optionen gegenüberstellen und eine davon ausschließen. Hier muss ein Komma stehen. Bei den vergleichenden Konjunktionen steht Dir ein Wahlkomma frei.

Wir gehen entweder ins Haus oder in den Garten.
Ali mag Äpfel, jedoch keine Birnen.

Kommasetzung bei entgegengesetzten Konjunktionen
Abb. 1: Kommasetzung bei entgegengesetzten Konjunktionen

Um Dir einen besseren Überblick zu verschaffen, welche Konjunktionen entgegensetzend sind und welche einen vergleichenden Charakter haben, haben wir Dir einige nochmal in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet.

Tabelle 1: Entgegengesetzte und vergleichende Konjunktionen und ihre Kommaregeln

Konjunktionen mit Komma (entgegengesetzt)jedochabersondernhingegen
Konjunktionen ohne Komma (vergleichend)sowiesowohl … als auchweder … nochoder

Zwischen Haupt- und Nebensätzen

Die Kommasetzung ist hauptsächlich dafür da, Haupt- und Nebensätze zu trennen. Einen Nebensatz erkennst Du daran, dass er sich auf den Hauptsatz bezieht und nicht allein stehen könnte.

Ich esse, weil ich jetzt Hunger habe.
Lukas spielte, während Toni schlief.

Bei Zusätzen, Einschüben, nachgestellten Erläuterungen (Appositionen)

In einigen Sätzen werden Einschübe vorgenommen, um etwa das Subjekt des Satzes näher zu beschreiben. Dann musst Du diesen Einschub mit Kommata vom Satz trennen. Du hörst hierbei beim Sprechen auch, wo Du ein solches setzen musst, indem Du auf Deine Sprechpausen achtest. Diese sind deckungsgleich mit den geforderten Kommata, wie die Universität Düsseldorf festgestellt hat. Wenn der Einschub am Ende des Satzes steht, wird dieser dann mit dem Punkt beendet. 

Tine und Lena, zwei Mädchen aus der ersten Klasse, spielen draußen mit dem Ball.
Das ist Frau Müller, unsere neue Deutschlehrerin.

Du kannst Dir sicher denken, dass es zwei besondere Signalworte für Einschübe gibt: zum Beispiel und beispielsweise. Wenn Du diese Wörter verwendest, solltest Du das Komma auf keinen Fall vergessen. 

Wir könnten etwas unternehmen, zum Beispiel ins Kino gehen.
Es gibt verschiedene Obstsorten, beispielsweise Äpfel, Birnen und Kirschen.

Achtung!

Wenn Du die Formulierung änderst und die Formulierung „wie beispielsweise“ benutzt, dann ist das Komma nicht verpflichtend.

Es gibt verschiedene Obstsorten wie beispielsweise Äpfel, Birnen und Kirschen.

Aufzählungen

Die Kommasetzung bei Aufzählungen ist am einfachsten, denn das passiert meist schon nach Gefühl. Das ist Dir beim Lesen lernen bestimmt auch schon aufgefallen. Wenn Du in einem Satz beispielsweise mehrere Adjektive oder Nomen aneinanderreihst, werden diese mit einem Komma getrennt. Wenn Du die Wörter mit „und“ oder „oder“ trennst, ist keins nötig. 

Theo liebt den Strand, die Sonne und das Meer.
Bonn ist eine kleine, überschaubare Stadt.

Mitunter wird bei Aufzählungen auf die Interpunktion verzichtet, nämlich wenn die Adjektive nicht denselben Rang haben. Sie sind dann nicht nebengeordnet, sondern könnten auch für sich stehen. Du kannst die Gleichwertigkeit der Adjektive prüfen, indem Du ein „und“ dazwischensetzt.

Marie wünscht mir ein gesundes neues Jahr.

Würdest Du sagen „Marie wünscht mir ein gesundes UND neues Jahr“, ergäbe der Satz keinen Sinn. Daher wird hier kein Komma eingesetzt. Bei gleichrangigen Adjektiven klingt das schon anders: „Bonn ist eine kleine und überschaubare Stadt.“

Infinitiv- und Partizipgruppen

Mitunter wird ein Komma nach der Verwendung des Infinitivs und nach Partizipgruppen gesetzt. Dies erleichtert die Lesbarkeit von komplizierten Sätzen und trägt dadurch maßgeblich zur Sprachförderung bei. Die Interpunktion strukturiert somit den Satz noch einmal. 

Aufgeregt winkend, begrüßte Sergej seine Oma.

Es geht aber auch:

Aufgeregt winkend begrüßte Sergej seine Oma.

Empfehlenswert ist die Kommasetzung aber zum Beispiel dann, wenn der Infinitiv mit „zu“ gebildet wird.

Fatime nahm das Fahrrad, um zur Schule zu fahren.
Marian entschied sich, früher nach Hause zu gehen.

Ein Pflichtkomma wird außerdem bei allen Infinitivgruppen gesetzt, die mit „als“, „anstatt“, „außer“, „ohne“ oder „statt“ eingeleitet werden.

Pia versteckte sich, anstatt wegzulaufen.
Das war immer noch besser, als sich in Gefahr zu begeben.

Nach wörtlichen Reden, Anreden und Ausrufen

Wenn Du eine wörtliche Rede in Deinen Aufsatz einbaust, solltest Du dringend auf die Interpunktion achten. Denn hier musst Du ziemlich sicher ein Komma setzen (vgl. Livonius, 2015). Es sei denn, nach der wörtlichen Rede folgt keine Wortgruppe, die sich auf diese bezieht.

„Wie spät ist es?“, fragte Mama.
„Zu spät für den Zug“, sagte Papa.
Aber:
„Wie spät ist es?“
„Zu spät für den Zug.“

Achtung!

Die wörtliche Rede wird, folgt auf sie ein Komma, niemals mit einem Punkt beendet, wohl aber mit einem Fragezeichen oder Ausrufezeichen!

Auch bei Ausrufen wie „Aua“ oder „Hey“ folgt im Text ein Komma. Ebenso ist es bei persönlicher Anrede, zum Beispiel in Briefen. 

„Lieber Manfred, ich freue mich auf das Treffen.“
„Aua, das tut weh.“

Bei Datum, Adresse und Literaturangaben

Wenn ein Datum in einem Satz steht, kann man dieses als Anfügung oder Zusatz ansehen. Und wie Du weißt: Hier steht dann ein Komma vor der Aufreihung. Ob Du auch nach dem Datum eins setzt, ist Dir überlassen. Beide Möglichkeiten sind richtig:
Am Mittwoch, den 15. Mai, findet der Klassenausflug statt.
Am Mittwoch, den 15. Mai findet der Klassenausflug statt.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Adressangaben:
Sie wohnt in Berlin, Alexanderplatz 7. 

Auch Literaturangaben werden als Reihung wahrgenommen und folgendermaßen notiert:
Es ist ein Zitat aus Buschs „Max und Moritz“, 3. Kapitel, 2. Absatz.

Knifflige Fälle – Komma oder kein Komma?

Oben hast Du nun die wichtigsten Faustregeln zur Kommasetzung kennengelernt. Dennoch gibt es einige schwierige Fälle, bei denen Du genauer hinschauen musst. Diese Sonderfälle kannst Du auch in der Nachhilfe für die Grundschule noch einmal durchgehen.

Komma vor „sowie“

Die Kommasetzung vor „sowie“ wird häufig falsch gemacht. Aber: „sowie“ ist eine vergleichende und keine entgegengesetzte Konjunktion. Deshalb steht dieses Wort ohne Komma, auch wenn es sich beim Sprechen so anhört. Du kannst Dir merken, dass „sowie“ eher ein Bindewort wie das „und“ ist. Daher ist kein Komma nötig, um den Satz aufzuteilen.

Die Lehrerin sowie die Schulkinder waren im Bus.

„weder … noch“ – Komma?

Oben hast Du schon gelernt, dass bei vergleichenden Konjunktionen keine Interpunktion erfolgt. Dies betrifft auch Sätze mit „weder … noch“, weil dieser Ausdruck zwei Gegebenheiten vergleicht. Setze hier also kein Komma!

Peter mag weder Birnen noch Äpfel im Salat.

Vor „oder“ ein Komma?

Bei einem Satz mit „oder“ musst Du verschiedene Begebenheiten beachten. Du kannst Dir folgende Fragen stellen: Handelt es sich um zwei aneinandergereihte Hauptsätze? Dann kann, aber muss kein Komma stehen.

Können wir nach Hause gehen, oder willst Du noch bleiben?
Können wir nach Hause gehen oder willst Du noch bleiben?

Wenn das „oder“ der Teil einer Aufzählung ist, dann fungiert es als Bindewort. Setze dort dann kein Komma!

Wir können das erste, zweite oder dritte Fußballspiel anschauen.

Komma vor „sondern“?

„Sondern“ ist eine entgegengesetzte Konjunktion, daher folgt hier auf jeden Fall ein Komma.

Zoe war nicht beim Ballett, sondern beim Fußballtraining.

Setzt man ein Komma vor „als“?

Das Wort „als“ kann in verschiedenen Kontexten verwendet werden. Die Interpunktion ist dabei immer unterschiedlich. Der erste Gebrauch kann bei Infinitiv-Konjunktionen zustande kommen. Oben hast Du bereits gelernt, dass dann ein Komma gesetzt wird.

Es ist schneller den Bus zu nehmen, als zu laufen.

„Als“ wird aber auch bei Vergleichen verwendet. Das wäre eine ganz andere Satzkonstruktion. Hier wird kein Komma verwendet.

Ein Hund ist größer als eine Katze.

Ein Komma vor „aber“?

Du hast bereits gelernt, bei entgegengesetzten Konjunktiven wird ein Komma gesetzt. „Aber“ gehört ebenfalls zu dieser Wortgruppe, deshalb erfolgt hier immer eine Interpunktion.

Markus liebt Musik, aber tanzt nicht gerne.

Gehört ein Komma vor „um“?

Das Wort „um“ kann unterschiedlich verwendet werden. Daher musst Du Dich erst fragen, um welche Satzkonstruktion es sich handelt. 

Wenn es sich um eine Infinitivgruppe handelt, dann ist ein Komma nötig. Du erkennst dies an der „um … zu“-Konstruktion.

Ich lerne, um eine gute Arbeit zu schreiben.

„Um“ kann aber auch als Präposition oder Adverb verwendet werden, bei dem keine Kommasetzung erforderlich ist.

Ich reise um die Welt.
Wir treffen uns um drei Uhr.

Ist ein Komma vor „und“ falsch?

In den meisten Fällen steht vor „und“ kein Komma. Es handelt sich hierbei nämlich um eine Aufzählung und hier ist ein Komma nur nötig, wenn die Wörter ohne Bindewörter aneinandergereiht sind. 

Wenn ein Komma vor dem „und“ steht, bezieht es sich meist nicht auf das „und“, sondern auf einen Nebensatz davor. Der Nebensatz ist hierbei ein Einschub und wird immer mit Komma eingeleitet und abgeschlossen. Daher kann es passieren, dass vor dem „und“ ein Komma steht.

Wir gingen durch die Turnhalle, ein kleines und überschaubares Gebäude, und suchten den Ausgang.  

Wenn nur Hauptsätze vorliegen, die durch ein „und“ verbunden sind, dann hast Du die Wahl. Ein Komma ist hier laut Prof. Dr. Ingo Stöckmann von der Uni Bonn nicht verpflichtend, kann aber die Lesbarkeit vereinfachen.

Theo singt, und Marianne spielt Klavier.

Interpunktion bei "und"
Abb. 2: Kommasetzung bei „und“

Schreibt man ein Komma vor „ob“?

„Ob“ leitet einen indirekten Fragesatz oder Sätze ein, die Ungewissheit und Zweifel ausdrücken. Sie sind somit Nebensätze und werden mit einem Komma vom Hauptsatz getrennt.

Muhammad fragte sich, ob es gleich regnen würde.

Ein Komma vor „wenn“ – richtig oder falsch?

Auch mit „wenn“ wird ein Nebensatz eingeleitet. Damit dieser klar vom Hauptsatz getrennt ist und das Satzkonstrukt gegliedert ist, steht vor „wenn“ immer ein Komma.

Ich komme nach Hause, wenn die Sonne untergeht.

Interpunktion – Übungen zur Kommasetzung

Mit unseren 7 Faustregeln hast Du nun die wichtigsten Grundlagen zur Kommasetzung gelernt. Damit Du Dein neues Wissen gleich auf die Probe stellen kannst, haben wir Arbeitsblätter für Dich erstellt. Du kannst sie beispielsweise im Homeschooling ausfüllen.

Übungen zum Komma I

Los geht es mit dem ersten Arbeitsblatt. Na, hast Du gut aufgepasst und kannst alles richtig ausfüllen?

Arbeitsblatt zum Komma II

Das war doch gar nicht so schwer, oder? Wenn Du direkt weitermachen möchtest, wartet schon das nächste Arbeitsblatt auf Dich!

Aufgaben zum Komma III

Du hast es fast geschafft und Dich bis hierhin großartig geschlagen! Jetzt fehlt nur noch ein Arbeitsblatt mit kniffligen Fällen zur Kommasetzung. Das packst Du!

Die Kommasetzung im Deutschen ist nicht ganz einfach. Ganz klar ist: bei Aufzählungen, Infinitivgruppen und entgegengesetzten Konjunktionen wird auf jeden Fall ein Komma gesetzt. Außerdem dient die Interpunktion zur Gliederung von Haupt- und Nebensätzen. Oftmals kannst Du also auch zugunsten der Lesbarkeit darüber entscheiden, ob Du ein Komma setzen möchtest, oder nicht.

Literatur

Livonius, Uta (2015): Das Rechtschreibfundament: Kommasetzung. Grundlagen, Methoden, Übungen und Spiele. Hamburg 1. Auflage.

Rademacher, Michaela (2017): Die Kommasetzung als Problemkind des Orthographieerwerbs. Eine kritische Analyse der Kommadidaktik in Lehrwerken der Grundschule und der Sekundarstufe 1, Freiburg.

FAQs zum Thema Kommaregeln

Wozu ist Kommasetzung da?

Das Komma unterteilt komplizierte Satzstrukturen. Mithilfe der Kommasetzung sind lange Sätze einfacher lesbar. Manchmal sortiert das Komma auch Aufzählungen.

Wann setzt man ein Komma?

Ein Komma wird vor allem gesetzt, wenn Haupt- und Nebensatz verbunden sind. Auch verschiedene Signalwörter wie „sondern“ oder „aber“ verlangen ein Komma. Mitunter können Kommata auch freiwillig gesetzt werden, um die Lesbarkeit zu vereinfachen.

Kommt vor „sowie“ ein Komma?

Nein, „sowie“ gehört zu den vergleichenden Konjunktionen und verlangt kein Komma. 

Was bedeutet Interpunktion?

Mit Interpunktion meint man die Verwendung und den Einsatz von Satzzeichen, um Satzkonstrukte einfacher lesbar zu machen.

Wann behandelt man Kommasetzung in der Grundschule?

Die Kommasetzung lernst Du in der vierten Klasse der Grundschule.

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