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Fibel die Lernhilfe 10 Tipps

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Fibel Methode

Zurück zur Fibel? 10 Tipps zur klassischen Lernhilfe. Nachdem der Ansatz „Schreiben nach Gehör“ zunehmend in die Kritik gerät und die „Rechtschreibwerkstatt“ anscheinend nur vom Regen in die Traufe zu führen scheint, besinnen sich Lehrer wie Eltern auf ein erprobtes Lehrwerk: die Fibel. Diese kommt durchaus auch in unserer Deutsch Nachhilfe zur Anwendung. Fachkräfte stellen den überaus förderlichen Aspekte der Fibel-Lernmethode für den Erwerb der Lese- und Schreibfertigkeiten in den Vordergrund. Warum diese in manchen Kreisen für überholt gehaltene Methode viele Vorzüge bietet und deutlich besser als ihr Ruf ist, erläutern wir im folgenden Blogartikel. Lesen lernen und schreiben lernen kann also auch ganz klassisch erfolgen.

Die Fibel Methode erklärt

Eltern, die mit der Fibel im Rahmen der Sprachförderung ihre Kinder beim Lesen und Schreiben Lernen unterstützen wollen, werden sich vielleicht noch an ihre eigene Schulzeit erinnern. Als Fibel-Kinder bekamen sie ein bunt illustriertes Buch in die Hand. Zuerst lernten sie schrittweise Buchstabe für Buchstabe, danach bildeten sie Silben und kurze Wörter. Aus Wörtern wurden schließlich Sätze. Das Lernen geschah dabei immer unter der Aufsicht des Lehrers, der seine Schüler bei Fehlern korrigierte. Im Gegensatz dazu sind bei der freien Methode „Lesen durch Schreiben“ bis zur dritten Klasse keine Korrekturen falsch geschriebener Wörter vorgesehen. Welche Idee steckt dahinter? Nun, es soll sicherlich die Kreativität gefördert, aber vor allem auch Frust vermieden werden. Diesen Frust lassen wir übrigens erst gar nicht in unserer individuellen Hausaufgabenbetreuung entstehen. Auch unser Angebot Nachhilfe Grundschule hilft Kindern Lernprobleme zu vermeiden.

Vorteile der Fibel gegenüber anderen Schreiblern-Methoden

Dass die Fibel dieser Tage wieder in Mode kommt, hat auch mit neueren Forschungsergebnissen zur Wirksamkeit der Fibel und anderer Methoden zu tun. In einer Studie der Universität Bonn, an der insgesamt 3084 Schulkinder teilnahmen, wurde unter anderem die Lese- und Schreibmotivation von Fibel-Kindern und Kindern unter einer freien Lehrmethode untersucht. In deren Ergebnis kommt die Expertengruppe um Frau Prof. Dr. Una Röhr-Sendlmeier folglich zu der Aussage: „Die intrinsische Schreib- und Lesemotivation der Fibelkinder waren nicht geringer als die der Kinder, die nach einem der beiden Spracherfahrungsansätze unterrichtet worden waren“ (vgl. Röhr-Sendlmeier/Kuhl, 2018). Aufschluss gibt hierzu auch die Studie von Tobias Kuhl und Una Röhr-Sendlmeier von der Universität Bonn.

Befürworterin der Fibel ist Bildungsforscherin Nele McElvany von der Universität Dortmund. Sie ist ebenfalls überzeugt, dass man Kinder sehr wohl Regeln und Prinzipien einüben lassen könne. Das schließe natürlich ein, sie zugleich mit positivem Feedback zu ermutigen. Das Fibel-Lernen hält sie hierfür geeignet, da es regelgeleitet sei, strukturiert aufeinander aufbaue und darüber hinaus auf Übungsphasen setze. Darüber hinaus konnte gemäß einer Pressemitteilung der Universität Bonn festgestellt werden, dass Fibel-Kinder deutlich bessere Rechtschreibleistungen erbringen. McElvany geht davon aus, dass Orthografie lernen eine Frage des Fleißes sei und von Anfang an geübt werden solle (vgl. McElvany/Kortenbruck/Becker, 2008). Demnach könnt ihr eure Kinder also am ehesten unterstützen, wenn ihr sie auf falsch geschriebene Buchstaben und Wörter hinweist und ihnen die richtige Schreibweise zeigt. 

Fibel Methode – Was wird dem Kind vermittelt?

Als „Fibel“ wird auch heute noch das erste Lesebuch der Kinder bezeichnet, obwohl es sich in seiner 400jährigen Entwicklung weit von den Ursprüngen entfernt hat. Der Leselehrgang „Meine Fibel“ (Verlag Volk und Wissen) gehört sicher zu den bekanntesten modernen Fibeln, jedoch bietet der Schulbuchmarkt eine Vielzahl von Alternativen. Charakteristisch für die heutigen Lese- und Schreiblehrwerke ist, dass sich die Ansätze ihrer Lehrmethoden vermischen. 

Tabelle 1: Leselehrmethoden durch verschiedene Ausrichtungen der Fibel

MethodeAnsatzVor- und Nachteile
LautsynthetischGeht vom isolierten Einzellaut / Einzelbuchstaben ausLesetechnik im Vordergrund, inhaltlich erschließendes Lesen nicht möglich
Ganzheitliches VerfahrenGeht vom Sprachganzen ausSchriftzeichen haben von Beginn an Bedeutungsinhalt, jedoch Gefahr des ratenden Lesens
Methodenintegrierte Verfahren (analytisch-synthetisch)Geht von ganzen Wörtern ausKompromiss zw. ganzheitlichem & lautsynthetischem Verfahren

Wie sieht so ein moderner Leselehrgang aus? In den heutigen Fibeln hat sich infolgedessen das analytisch-synthetische Verfahren durchgesetzt. Das heißt, dass nur bekannte Wörter ganzheitlich angeboten werden, die das Kind mit allen Sinnen gleichzeitig erfassen kann. Gleichwohl geht die Fibel systematisch nach dem Prinzip Buchstabe für Buchstabe vor, das heißt vom Leichten zum Schweren. Typisch für die Fibel ist auch, dass sie von Anfang an das Erlernen des Lesens und Schreibens miteinander verbindet. Dabei folgt die Fibel-Methode klaren Regeln, hat einen klar strukturierten Aufbau und setzt auf das Üben.

Buchstabenerwerb Fibel
Abb. 1: Buchstabenerwerb durch die Fibel

Wird die Fibel standardmäßig im Unterricht eingesetzt, stehen euch schließlich verschiedene Materialien zur Auswahl, die den Fibel-Lehrgang ergänzen. Für Kinder, die in die Vorschule gehen, gibt es zudem die Fibel-Vorübungen als Vorbereitung auf den Unterricht in der Grundschule. „Meine Fibel“ bietet den Schreiblehrgang beispielsweise in Druckschrift und in Schulausgangsschrift an. Zusätzlich gibt es Arbeitsangebote mit der Lauttabelle. Außerdem wird der Lehrgang durch Erstlesehefte und ein Lese-Mal-Heft ergänzt.

Fibel im Vorschulalter einsetzen

Mit dem IGLU-Projekt (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) unter der nationalen wissenschaftlichen Leitung von Frau Prof. Dr. Nele McElvany von der TU Dortmund wird alle fünf Jahre die Lesekompetenz der Grundschüler untersucht. Die Studie sagt aus, dass Deutschland seit dem Jahr 2001 keine Verbesserung zeigt. Die Kultusminister sind aus diesem Grund alarmiert und fordern, mit der Lese- und Schreibförderung bereits bei den Angeboten für frühkindliche Bildung in der Kita anzusetzen. Dabei appellieren sie auch an eure Vorbildfunktion als Eltern.

Gewusst?

Erleben eure Kinder nicht, wie ihr zu einem Buch oder am Frühstückstisch zur Tageszeitung greift, ist die Begeisterung für das Lesen nur schwer zu vermitteln. Mit regelmäßigem Vorlesen hingegen fördert ihr die Lesekompetenz eurer Kinder. 

Probiert einmal beim Vorlesen die Geschichte an einer spannenden Stelle abzubrechen – da ist die Motivation zum Lesen Lernen gleich umso größer. Je früher eure Kinder eigenständig lesen, desto leichter fällt ihnen das richtige Schreiben, da sie die richtige Schreibweise der Wörter wie nebenbei mitlernen. 

Zu den Ritualen, die eurem Kind einen Zugang zur Sprache eröffnen, gehören demzufolge auch schnell unterschätzte Tätigkeiten wie das gemeinsame Singen von Kinderliedern oder das gemeinsame Basteln, Kochen oder Backen. Sabrina Wiescholek von der Universität Paderborn unterstreicht: „Je anregungsreicher die Lernumwelt in der frühen Kindheit ist, umso mehr Erfahrungen können Kinder mit Sprache und Schrift sammeln und auf diese Weise wichtige Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb bereits vor der Einschulung entwickeln (vgl. Wiescholek, 2018).

Richtig mit der Fibel üben

Besonders beim Schulanfang sehnen sich Kinder danach, in ihrer Lernbereitschaft anerkannt zu werden. Bei der Kinderbetreuung soll daher darauf geachtet werden, dass kindliches Lernen immer mit Lust und Freude einhergeht. Dazu gehört, erbrachte Leistungen nicht negativ zu kommentieren. Bleibt stattdessen sachlich und ermutigt eure Kinder („Ich sehe, dass du den Buchstaben A geschrieben hast. Sag mir, was Du noch besser machen kannst.“ – „Lass uns wieder das A schreiben. Als nächstes üben wir, wie Du den Rand einhalten kannst.“). 

Prof. Dr. Erwin Breitenbach, Professor für Rehabilitationspsychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, betont, dass es im Erstunterricht darauf ankäme, Fehler zu korrigieren und Richtiges zu loben. „Es ist demnach tatsächlich wenig hilfreich, wenn Lehrer ihre Schüler beim Erlernen des Lesens und Schreibens lediglich wohlwollend begleiten“ (vgl. Breitenbach/Weiland, 2018). 

Fibel – Kompetenzen
Abb. 2: Erwerb von Lese- und Schreibkompetenzen mithilfe der Fibel

Gerade in den ersten Schuljahren ist die geduldige und spielerische Hinwendung zur Schriftsprache wichtig. Wird Schreiben als Strafe eingesetzt, ist das sehr demotivierend. Zeigt euren Kindern, dass ihr euch über deren Schreibversuche freut. Übertragt ihnen kleine Aufgaben, die sie bewältigen können – der Stolz über das Geschaffte wird die Freude am Lernen steigern. Zum Lesen lernen eignen sich beispielsweise geschriebene Mini-Anweisungen („Hole 1 Tasse“).

Zu einem erfolgreichen Start beim Schreiben gehört auch eine gute Motorik. Ihr könnt eure Kinder unterstützen, indem ihr sie zum Malen animiert oder Schwungübungen trainiert. Auch viele kleine alltägliche Aufgaben wie Teig kneten oder Kartoffeln schälen sind gut für die kleinen Hände. 

Die Welt der Lesebücher

Im Handel sind unterschiedliche Lehrbücher erhältlich, die auf den ersten Blick einer klassischen Fibel ähneln, jedoch in Wirklichkeit die freie Methode unterstützen. Sie sind daran zu erkennen, dass sie den Schwerpunkt auf die Arbeit mit Anlauttabellen legen. Zu den Fibeln im traditionellen Sinn gehören die Lehrbücher aus den Verlagshäusern Duden und Cornelsen (Reihe: Volk und Wissen).

Der Lernstoff beginnt hier mit einfachen Wörtern, die lauttreu geschrieben werden. Neue Buchstaben werden in den Nachfolgetexten so oft wie möglich wiederholt. Die Texte sind kindgerecht illustriert und entsprechen der Alltagswelt der kleinen Leseanfänger. Zudem hilft die Kombination von Lese- und Malübungen, das Erlernte zu wiederholen und zu vertiefen.

Da es sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet, wann die Kinder mit der Schreibschrift beginnen, bietet die moderne Fibel eine Variante für Schreibschriftbeginner wie auch eine Variante für Druckschriftbeginner. 

Beim ABC der Tiere handelt es sich um eine Silbenfibel. Hier beginnen die Kinder ab dem ersten Schultag, Silben zu lesen („mu“, „ma“), ohne die Buchstaben isoliert zu sprechen. Ziel ist das automatisierte Lesen von Silben. Farbige Silbentrenner helfen den Kindern, schnell Sinn verstehend zu lesen.

Welche Fibel ist die Richtige?

Da die Vielzahl der im Handel angebotenen Fibeln die Frage aufwirft, welches Lehrwerk für wen geeignet ist, hat Prof. Dr. Stefan Jeuk von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg aktuelle Fibel-Lehrgänge einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen.

Da alle Lehrwerke bei der Gesamtwertung über 30 von maximal 51 Punkten erreichten, kommt Prof. Jeuk zu dem Ergebnis, dass alle Fibeln für einen guten Unterricht geeignet seien. Die Unterschiede zwischen den Lehrwerken lägen vor allem in ihrem didaktischen Ansatz (vgl. Jeuk, 2009).

Weitere Projekte in der bildungswissenschaftlichen Grundlagenforschung gibt es auch in der Forschungsdatenbank (FDB) der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

Bei all der Arbeit mit der Fibel darf jedoch ein wichtiges Forschungsergebnis nicht in Vergessenheit geraten: Vor allem das regelmäßige Vorlesen erhöht die Lesefähigkeit von Kindern erheblich. Kleine allabendliche Vorleserituale sind der beste Garant für erfolgreichen Erwerb von Lesen und Schreiben. Durch diese gemeinsamen Aktivitäten vermittelt ihr Kindern nicht nur Lesekompetenzen, sondern gebt dem Schreiben und Lesen auch einen bestimmten Wert. Für den Erwerb der Lesefähigkeit ist also keine Hochbegabung vonnöten.

Literatur

McElvany, Nele/ Kortenbruck, Marthe/Becker, Michael (2008): Lesekompetenz und Lesemotivation, Entwicklung und Mediation des Zusammenhangs durch Leseverhalten, Online-Publikation.

Breitenbach, E./Weiland, K. (2010): Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche, Stuttgart.

Prof. Dr. Jeuk, Stefan (2009): Wissenschaftliche Analyse von aktuellen Fibeln, Sprachbüchern und Sprachlehrwerken für den Deutschunterricht (Klasse 1 & 2), Gutachten für die Anton-Bruckner-Grundschule Ludwigsburg, Ludwigsburg.

Prof. Dr. Röhr-Sendlmeier, Una / Kuhl, Tobias (2018): Der Verlauf des Rechtschreib-Lernens – drei Didaktiken und ihre Auswirkungen auf Orthographie und Motivation in der Grundschule, Bonn.

Wiescholek, Sabrina (2018): Lesen in Familien mit Family Literacy, Elterliche Unterstützung beim Lesekompetenzerwerb in der ersten Klasse, Wiesbaden.

FAQs zur Fibel 

Welche Fähigkeiten erwerben Kinder durch die Fibel Lernmethode?

Kinder, die sich mit der Fibel Lesen und Schreiben aneignen, erwerben logographische (also schriftzeichenrelevante), alphabetische und orthografische Kompetenzen.

Von welchen Faktoren ist der Fortschritt mittels Fibel Methode abhängig?

Der Erwerb von Schreibfähigkeiten ist von der jeweiligen Zugriffsweise, den Vorstellungen von Schrift sowie vom individuellen Lernverhalten des Kindes abhängig. 

Inwiefern kann der Schreiberwerb durch die Fibel im Vorschulalter vorbereitet werden?

Die Unterteilung der Buchstaben in 5 Teile (unterschiedlich lange Striche bzw. große Bögen sowie einen Punkt) kann das Erlernen von Buchstaben erleichtern. Durch die stark vereinfachte Darstellung von Buchstaben erkennen sie gemeinsame Elemente, nehmen aber auch Unterschiede wahr. 

Welche weitergehenden Fähigkeiten erwerben Kinder durch diese Methode?

Obwohl Kinder auch vor dem systematischen Erlernen des Schreibens schon über „Kritzeleien“ mit entferntem Buchstabencharakter kommunizieren, entwickeln sie erst durch die Fibel-Methode einen Laut-Buchstaben-Bezug.

Wie läuft die schriftsprachliche Entwicklung des Kindes mit der Fibel Methode ab?

Nachdem sie vor dem Unterricht mit der Fibel meist schon um die Bedeutungsebene einzelner ganzer Wörter wissen und diese schreiben können (z.B. Namen, Tiere) kommt das Kind in die alphabetische Strategie, in der es Laute durch eigene Artikulation abbildet. Hier ordnet es jedem Schriftzeichen einen Laut zu, wodurch Wortvorformen entstehen. Danach fängt es an, Wörter in Bestandteile wie Grapheme, Silben oder Morpheme zu zerlegen. Da das Kind immer größere Einheiten zu erkennen imstande ist, entwickelt es die orthografische Strategie beim Schreiben, d.h. es stellt fest, dass Regeln für eine korrekte Schriftsprache erforderlich sind. 

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