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Dyskalkulie – Was ist das?

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Dyskalkulie und Rechenschwäche

Anzeichen einer Dyskalkulie können beunruhigend sein. Auch wenn es nicht schön ist, sich eine fundamentale Rechenschwäche einzugestehen, kann durch eine frühzeitige Behandlung vieles wieder wettgemacht werden. Durch gezielte Mathe Nachhilfe kann eine Schwäche dieser Art nach und nach ausgemerzt werden. Wie Therapiemöglichkeiten konkret aussehen können – z.B. durch frühkindliche Bildung – und wodurch sich eine Dyskalkulie kennzeichnet, erklären wir im Nachfolgenden. 

Was versteht man unter Dyskalkulie?

Die Dyskalkulie beschreibt eine verminderte Rechenfertigkeit, die sich bereits bei den Grundrechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division bemerkbar macht. Bei einer Rechenschwäche handelt es sich um eine Teilschwäche, ungeachtet der Beschulung, Entwicklung oder Intelligenz und nicht um eine Behinderung. Eine Dyskalkulie ist ebenfalls keine Akalkulie. Die sogenannte Rechenunfertigkeit tritt beispielsweise nach einem Schlaganfall auf. 

Während Babys bereits unterschiedliche Mengen begreifen und Kleinkinder sowie Kinder in der Vorschule auch schon Zahlenabfolgen erfassen können, verlangt die Schule schließlich komplexere Inhalte. Nun gilt es indessen, Mengen und Zahlen in abstrakte Symbole zu verwandeln. 

Dyskalkulie vier Stufen
Abb. 1: Dyskalkulie – Vier-Stufen-Modell der Rechenentwicklung

Ferner ist Dyskalkulie eine Lernschwierigkeit mit unterschiedlichen Ausprägungen. Die zentralen Ursachen sind einerseits die Beeinträchtigung der mentalen Repräsentation von Zahlen und Mengen. Andererseits bereitet ebenfalls die Zahlenrepräsentation durch Symbole Schwierigkeiten.

Während bei einer Dyskalkulie viele Kinder Probleme in der simultanen Erfassung von Mengen aufzeigen, haben andere hier gar keine Schwierigkeiten. Obwohl einige schon an einfacher Subtraktion scheitern, sind andere sogar in der Lage, hochkomplexe mathematische Problemstellungen zu lösen. Das Ergebnis können sie jedoch dann nicht in arabische Zahlen übersetzen. Daher bleiben Schwierigkeiten mit Mathe sogar heutzutage häufig unerkannt.

Es kommt übrigens erstaunlich häufig vor, dass Kinder mit einer Rechenschwäche zugleich auch an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leiden. Tritt ein solcher Fall ein, sollte dem Kind natürlich in beiden Bereichen geholfen werden, wie die Ludwig-Maximilians-Universität München nahelegt.

Kinder mit Dyskalkulie zeigen aus klinisch-diagnostischer Sicht trotz einer im Normalbereich liegenden Intelligenz (IQ > 85) Rechenleistungen, die deutlich unterhalb der alters- und klassentypischen Leistungen liegen. Liegt die Rechenleistung zusätzlich deutlich unter dem individuellen Intelligenzniveau, wird von einer Rechenstörung oder Dyskalkulie gesprochen (vgl. Schmidt/Fritz/Ricken, 2017 sowie Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.).

Dyskalkulie Test

Der Verdacht einer Dyskalkulie lässt sich mit verschiedenen Testverfahren überprüfen. Anfangs sind standardisierte Rechentests sinnvoll, um den Leistungsstand des Kindes im Vergleich zu Altersgenossen festzustellen. Diese Tests werden zudem mit einem Intelligenztest kombiniert, denn für die Diagnose Dyskalkulie muss ein Kind mindestens einen Intelligenzquotienten von 70 aufweisen. Für eine genauere Eingrenzung der individuellen Probleme nach der Diagnose Dyskalkulie sollte ein erfahrener Diagnostiker herangezogen werden. Er kann über ein Gespräch mit dem Kind herausfinden, welche Unterstützung dieses Kind genau benötigt.

Rechenschwierigkeiten können übrigens auch abseits der Diagnose Dyskalkulie bestehen. Auch in diesen Fällen sollte dem betroffenen Kind durch passende Förderung geholfen werden.

Für die erste Untersuchung stehen unterschiedliche Tests zur Verfügung. Viele von ihnen sind auf die Alters- bzw. Klassenstufe der Kinder abgestimmt. Zu nennen sind hier etwa die DEMAT-Verfahren, der „Deutsche Mathematiktest“, der für die Klassen 1 bis 4 existiert, oder der MT 2, der Mathematiktest für die zweite Klasse. Der Zareki-Test dagegen ist für Einzeltests der Schüler vorgesehen und umfasst die gesamte Grundschulzeit. 

Die Verfahren bestehen dabei aus verschiedenen Untertests. Der MT 2 etwa prüft die Fähigkeit, Zahlen zu ordnen sowie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Zum Zareki-Test zählen auch Bereiche wie Rückwärtszählen, Textaufgaben und Kopfrechnen (vgl. Zimmermann, 2011; weitere Tests sind zu finden bei Simon/Grünke, 2010).

Checkliste für Eltern

Bei jedem Kind sieht die Rechenschwäche ein wenig anders aus. Daher können standardisierte Tests und Lösungsversuche nur erste Anhaltspunkte sein. Für eine gezielte Förderung ist dagegen immer auch eine tiefergehende Diagnostik notwendig. Im Gegensatz zur Lese-Rechtschreib-Schwäche, steckt die Forschung über Dyskalkulie übrigens noch in den Kinderschuhen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass etwa 6 % aller Grundschüler von dieser Lernschwäche betroffen sind (vgl. Aster/Lorenz, 2013). 

In der folgenden Checkliste haben wir einige typische Anzeichen zusammengestellt:

Tabelle 1: Checkliste zur Dyskalkulie

VerhaltensmusterWie äußert sich das?Konsequenzen
VermeidungKind vermeidet Beschäftigung mit Zahlen: Es macht seine Mathehausaufgaben nicht und möchte nicht üben.Kind lernt nichts und nimmt keine Hilfe an.
Unsicherheit beim RechenwegKind ist unsicher, welchen Weg es für die Lösung der Aufgabe nutzen soll. Es schwankt schnell zwischen den Ansätzen und kommt zu keinem Ergebnis.
Zurückweisung von TippsKind weist Deine Tipps zurück, auch wenn sie dem schulischen Muster entsprechen. Es kann das Schulwissen nicht richtig mit den Tipps in Verbindung bringen.
AngstGroße Probleme mit dem Rechnen steigern die Angst vor der nächsten Mathearbeit. Körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen
Veränderung des VerhaltensKind zieht sich aus Überforderung, Frust und Scham zurück oder zeigt auffälliges Verhalten (Herumalbern). Rückzug kann sich auch auf andere Fächer ausweiten.
Erfolgloses ÜbenIntensives Üben des Schulstoffes bringt kaum Erfolg (egal ob mit Eltern oder Nachhilfe).Das Kind wird demotiviert, Neues zu lernen.

Rechenschwäche – Symptome und Diagnose

Indizien einer Rechenschwäche deuten sich meistens schon im Kindergartenalter an. Mit dem Schulbeginn werden diese Symptome immer auffälliger, sodass sie am Ende der Grundschule oft nicht mehr zu übersehen sind. 

Gewusst?

Je früher eine Dyskalkulie erkannt wird, desto eher kann auch mit der Förderung begonnen werden. Einem betroffenen Kind kann dadurch Einiges erspart werden, denn ständige Misserfolge in Mathe führen zu Frust, oft sogar zu Angst und Depression (vgl. Simon/Grünke, 2010).

Die wissenschaftlichen Kriterien für eine Diagnose von Dyskalkulie sind übrigens – wenn auch nicht unumstritten – sehr genau definiert:

  • Das Kind muss angemessen beschult sein, es darf keine neurologischen oder psychischen Erkrankungen haben.
  • Es weist mindestens einen Intelligenzquotienten von 70 auf.
  • Bei einem Standard-Rechentest schneidet es schlechter ab als 90 % der Vergleichsgruppe.
  • Das Ergebnis des Rechentests ist auffallend schlechter (mindestens 1,5 Standardabweichungen) als das des Intelligenztests.
  • Das mangelnde mathematische Verständnis wird vor Beginn der sechsten Klasse deutlich (vgl. Born/Oehler, 2013).

Merkmale

Dyskalkulie zeigt sich besonders in den Grundrechenarten, also bei Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Betroffenen Kindern fehlt zudem das Verständnis für Mengen, auch für das Verhältnis verschiedener Mengen untereinander. 

Was der Teil oder das Vielfache eines Ganzen ist, bleibt ihnen zumeist unklar. Außerdem haben sie keine altersgerechte Vorstellung eines Zahlenstrahls. Wo im Einzelfall das Problem des Kindes liegt, kann dabei aber sehr unterschiedlich sein (vgl. Simon/Grünke, 2010).

Wie erkennt man eine Rechenschwäche?

Eine Rechenschwäche ist meist daran erkennbar, dass das Kind Probleme hat, Zahlen auf einem Zahlenstrahl richtig zuzuordnen. Auf einem Zahlenstrahl mit Lücken, etwa bei Zahlen in Zwanzigerschritten (0, 20, 40, 60, 80, 100), hat das Kind Schwierigkeiten, beispielsweise die 53 an der richtigen Stelle einzuordnen.

Außerdem können viele Kinder mit Rechenschwäche schlechter rückwärts zählen als ihre Altersgenossen. Das zu Beginn der Schulzeit durchaus normale Abzählen von Mengen an Fingern oder Gegenständen bereitet ihnen überdies häufig Probleme. Sie machen dabei oft Fehler und behalten dieses System wesentlich länger bei als Kinder ohne Dyskalkulie (vgl. Simon/Grünke, 2010).

Für die Diagnose einer Dyskalkulie werden anfangs standardisierte Testverfahren angewandt. Hierfür stehen unterschiedliche mathematische Tests zur Verfügung, die außerdem durch einen allgemeinen Intelligenztest ergänzt werden. 

Wird dabei eine Rechenschwäche festgestellt, ist es sinnvoll, weitere Tests durchzuführen, um genau herauszufinden, wo das Kind Probleme hat. Nur so ist es anschließend möglich, mit einer passenden Förderung zu beginnen.

Aufgrund der genauen Analyse ist es einem erfahrenen Diagnostiker möglich, festzustellen, auf welcher Stufe der mathematischen Fertigkeiten sich ein Kind befindet. So kann das Kind dann Schritt für Schritt seinen Rückstand aufholen.

Auch ohne die Diagnose Dyskalkulie ist es jedoch wichtig, einem Kind mit Rechenschwierigkeiten so gut wie möglich zu helfen. Für die Wissenschaft sind eindeutige Kriterien notwendig. In der Praxis ist es dennoch wichtiger, auf die Stärken und Schwächen eines Kindes einzugehen (vgl. Simon/Grünke, 2010).

Ursachen für Dyskalkulie

Wodurch Dyskalkulie verursacht wird, ist noch nicht eindeutig geklärt. Verschiedene Möglichkeiten kommen in Frage. Unter anderem gibt es etwa eine genetische Komponente, die Rechenschwäche kann also vererbt werden. Nicht jedes Kind eines rechenschwachen Elternteils muss jedoch eine Dyskalkulie entwickeln. Ebenso kann Rechenschwäche auch auftreten, obwohl keine genetische Vorbelastung besteht.

Dyskalkulie Ursachen
Abb. 2: Dyskalkulie – Ursachen

Eine weitere Ursache für Dyskalkulie kann im Bereich der kindlichen Entwicklung liegen. Der Schweizer Psychologe Jean Piaget beobachtete bestimmte Abschnitte, in denen die geistigen Fähigkeiten eines Kindes entwickelt werden. Dass es dabei zum Teil beträchtliche Unterschiede zwischen den Kindern gibt, ist durchaus normal. Allerdings kann es zu länger anhaltenden Verzögerungen kommen, die eine Lernschwierigkeit zur Folge haben können. Auch ist es möglich, dass eine wichtige Entwicklungsphase verpasst wird. Zu den Ursachen gehören beispielsweise organische Defizite wie Hör- oder Sehschwierigkeiten, aber auch psychische Probleme oder fehlende geistige Anregung.

Schließlich kommt auch eine erlernte Rechenschwäche in Frage. Diese kann auftreten, wenn schon früh Fehler eingeübt werden. Auch unpassender Mathematikunterricht, ständiger Stundenausfall oder Notendruck können zu Problemen beim Rechnen führen, warnt die Universität Jena.

Ähnliche Ursachen für Probleme beim Rechnen beschreibt auch das Förderzentrum Mathematik der TU Dortmund.

Einfluss einer Rechenschwäche auf Kinder

Fehlt es nun also an mathematischem Grundverständnis, kann man auf diesem Wissen auch nicht aufbauen. Somit wirkt sich eine Rechenschwäche nicht nur auf die weitere Schullaufbahn aus, sondern ebenfalls auf die Ausbildung oder das Studium. Spätestens im Arbeitsleben trifft man dann wieder auf Dreisatz und Bruchrechnen oder gar die eigene Steuererklärung.

Weiterhin ist das Lernen lernen ein entscheidender Abschnitt für Grundschüler. Leider verlieren Kinder mit Dyskalkulie oftmals die Freude am Lernen. Zudem leidet ihr Selbstbewusstsein, wenn sich bestimmte Aufgaben langsamer oder auch gar nicht lösen lassen. Trotz unermüdlichem Üben zu Hause oder Hilfe der Freunde können die Aufgaben in der Schularbeit wieder nicht bewältigt werden.

Nun ist es in unserer Gesellschaft weitgehend akzeptiert, Mathematik einfach nicht zu mögen. Daher entgehen Kinder oft dem Mobbing. Steht jedoch auch die Versetzung auf dem Spiel, kämpfen Schüler nun nicht nur mit ihrem Versagen, sondern ebenfalls mit den Hänseleien ihrer Mitschüler. Somit kann diese Lernschwäche obendrein erhebliche seelische Belastungen mit sich bringen. 

Dennoch muss Dyskalkulie nicht zwangsläufig zu Schulverweigerung oder auch Arbeit im Niedriglohnbereich führen. Denn je eher man eine Rechenschwäche erkennt, desto schneller lässt sich diese eben auch beheben. Sogar im Erwachsenenalter ist es immer noch möglich, eine Dyskalkulie erfolgreich zu überwinden (vgl. Schmidt/Fritz/Ricken, 2017).

Dyskalkulie – Möglichkeiten einer Förderung

In jedem Stadium der Dyskalkulie kann durch gezielte Förderung eine deutliche Besserung erreicht werden. Je früher das stattfindet, desto einfacher ist es, da ein betroffenes Kind so weniger Stoff aufzuholen und weniger negative Emotionen zu überwinden hat. 

Es gibt zahlreiche Ratgeber mit hilfreichen Tipps und viele Institute und Förderzentren, die im ganzen Land Hilfe und Beratung anbieten. Einige dieser Institute und Förderzentren im Bereich Dyskalkulie sind auf der Seite der Ludwig-Maximilians-Universität München versammelt. Dort ist auch die erste Leitlinie zur einheitlichen Diagnostik von Dyskalkulie zu finden. Zentral bei der Überwindung einer Rechenschwäche ist einerseits ein besseres Verständnis für die Grundlagen der Mathematik. Dies kann durch gründliche Veranschaulichung erzielt werden.

Außerdem ist es wichtig, dass ein betroffenes Kind durch Wiederholung lernt, bestimmte Rechenprozesse zu automatisieren (vgl. Born/Oehler, 2013). In jedem Fall ist Geduld notwendig, denn die Überwindung der Dyskalkulie braucht Zeit und kleine Schritte.

Praktische Tipps für Eltern von betroffenen Kindern

Eine Lernschwäche wird schnell zu einem Teufelskreis, denn rechenschwachen Kindern ist sehr wohl bewusst, dass sie auch einfachste Aufgaben nicht lösen können. Das sollten sie also nicht auch noch von Freunden oder Familie hören müssen. Deswegen gilt es hier vor allem, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Wer Angst hat, lernt schließlich leider auch schlechter.

Daher ist es nun ein wesentlicher Schritt für Eltern, zuerst den Druck aus der Mathematik herauszunehmen. Also sollten weder Leistungen noch Noten im Vordergrund stehen, sondern nur die individuelle Förderung des Kindes. Es empfiehlt sich ebenfalls, Hilfe auszulagern. Eltern sind schließlich oft emotional vorbelastet, und auch der Klassenbeste kann die Schwierigkeiten mit dem Rechnen wohl schwer nachvollziehen.

Des Weiteren lohnt es sich natürlich, die Schule mitsamt den Fachlehrern anzusprechen. So kann es beispielsweise schon eine große Hilfe sein, wenn rechenschwache Kinder mehr Zeit zum Lösen der Aufgaben erhalten. Je nach Bundesland stehen weiterhin unterschiedliche Möglichkeiten der Unterstützung zur Verfügung. Eine Dyskalkulie kann nur in kleinen Schritten überwunden werden.

Spielerische Übungen

Auch wenn Hilfe von außen bei Dyskalkulie oft sinnvoll ist: Du kannst Deinem Kind auch selber helfen. Einige der Bücher in unserer Literaturliste beinhalten Übungen, um einem Kind den Umgang mit Zahlen spielerisch näherzubringen. Besonders hilfreich sind dafür die Titel „Kinder mit Rechenschwäche erfolgreich fördern“, „Jedes Kind kann rechnen lernen“ und „Förderung bei Rechenschwäche“.

Abschließend haben wir noch einige Tipps zusammengestellt, die Du beim Üben mit Deinem Kind unbedingt beachten solltest, um den Lernerfolg zu maximieren:

Tabelle 2: Tipps für erfolgreiches Üben bei Dyskalkulie

TippDurchführungNutzen
Ablenkungsarme UmgebungÜbe an einem leeren u. aufgeräumten Platz allein mit dem Kind.Kind kann sich besser auf die Aufgabe konzentrieren und ist aufnahmefähiger.
Kurze EinheitenDauer von drei bis fünf Minuten ist ausreichend.Konzentration des Kindes bleibt erhalten; Anstrengung und Frust wird vermieden.
RegelmäßigkeitÜbe mehrmals täglich für ein paar Minuten mit Deinem Kind.Regelmäßige, kurze Lerneinheiten verfestigen Gelerntes. 
RitualeFestlegen von bestimmten Ritualen, z.B. feste Tageszeiten, zu denen ihr übt.Dies bringt Halt und Struktur für Dein Kind.
WiederholungWiederholt auch Dinge, die ihr schon einmal geübt habt.Mit regelmäßiger Wiederholung prägt es sich einmal Gelerntes besser & länger ein.
Auf die eigene Stimmung achtenLockeres & geduldiges Herangehen an Übungen.Ein entspanntes Kind lernt besser. Ungeduld, Wut oder Enttäuschung der Eltern blockieren das Lernen.

Je eher man Dyskalkulie erkennt, desto schneller stellen sich ebenfalls die Erfolge ein. Denn eine frühe Förderung erleichtert dem Kind aus alten Fehlermustern sowie aus der eigenen Unsicherheit auszubrechen. Dennoch gilt es, der Rechenschwäche für nachhaltige Lernerfolge in kleinen Schritten zu begegnen und individuell auf das Kind einzugehen. 

Literatur

Aster, Michael von/Lorenz, Jens Holger (Hrsg.) (2013): Rechenstörungen bei Kindern –Neurowissenschaft, Psychologie, Pädagogik, Göttingen.

Born, Armin/ Oehler, Claudia (2013): Kinder mit Rechenschwäche erfolgreich fördern: ein Praxishandbuch für Eltern, Lehrer und Therapeuten, Stuttgart.

Simon, Hendrik/Grünke, Matthias (2010): Förderung bei Rechenschwäche, Stuttgart.

Schmidt, Siegbert/Fritz, Annemarie/Ricken, Gabi (2017): Handbuch Rechenschwäche: Lernwege, Schwierigkeiten und Hilfen bei Dyskalkulie, Weinheim.

Zimmermann, Klaus R. (2011): Jedes Kind kann rechnen lernen: Rechenschwäche und Dyskalkulie; wie Eltern helfen können, Weinheim.

FAQs zu Dyskalkulie 

Wieso bleibt eine Dyskalkulie oft so lange unerkannt?

Dies hängt damit zusammen, dass Kinder, die von einer Dyskalkulie betroffen sind, oftmals Strategien entwickeln, mit denen sie trotzdem durch den Mathe-Unterricht kommen. Zum Beispiel indem sie blitzschnell zählen oder die Zahlen auswendig lernen. 

Ist Dyskalkulie eine Folgeerscheinung fehlenden Logikverständnisses?

Nein, Betroffene einer Dyskalkulie haben zumeist keinerlei Probleme, logisch zu denken. Es ist eher so, dass sie sich schwer damit tun, mathematische Einsichten nachvollziehen zu können. 

Was ist bei der Diagnose einer Rechenschwäche wichtig?

Um wirklich sichergehen zu können, ob eine Dyskalkulie vorliegt oder nicht, sind Verfahren wichtig, die das gestörte Mathematikverständnis offenlegen, also den fehlerhaften Denkprozess des Kindes feststellen. Standardisierte Tests, die die Rechenleistung zu sehr in Abhängigkeit der Intelligenz stellen, liefern oft falsche Ergebnisse.  

Was ist das Risiko einer unerkannten Dyskalkulie?

Bleibt eine Dyskalkulie zu lange unerkannt, entwickeln Schüler aufwendige Kompensationsstrategien, mit denen sie die Defizite gut kaschieren können. Sind die Methoden zur vermeintlichen Umgehung der Rechenschwierigkeiten schon zu festgefahren, ist es im Nachhinein sehr schwierig, ein wirkliches mathematisches Verständnis zu schaffen. 

Was ist bei der Behandlung einer Rechenschwäche wichtig?

Für die Behandlung ist es wichtig, dass der Therapeut in einen Dialog mit dem Schüler tritt. Das Kind wird ermutigt, sein Denken und Handeln selbstständig zu reflektieren und neu zu justieren. Kann der Therapeut sich einen allumfassenden Überblick über die Denkfehler des Schülers verschaffen, treffen seine Methoden auf fruchtbaren Boden. 

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