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Kristalle züchten in 5 Schritten

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Kristalle züchten in 5 Schritten

Du hast mal wieder Lust auf ein kreatives Projekt? Dann solltest Du Kristalle züchten! Denn das geht auch ganz einfach von zuhause aus. Das Beste: Die meisten Zutaten für das Züchten von Salzkristallen hast Du sehr wahrscheinlich schon da. Werde zum Forscher und beobachte, wie die Kristalle wachsen. Denn das Forschen kann richtig Spaß machen!

So kannst Du selbst Kristalle züchten

Kristalle züchten – nur eine Aufgabe für Wissenschaftler aus den Naturwissenschaften? Stimmt nicht! Auch Du kannst zuhause Kristalle züchten: ganz einfach in Deiner Küche. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten (Krukenberg, 2015). Besonders für die Vorschule ist unser Vorschlag bestens geeignet, denn er ist vollkommen ungefährlich und leicht umzusetzen! Egal wie alt Du bist, ob allein, mit Geschwistern oder Eltern: Kristalle züchten ist Wissenschaft mal anders!

Für das Experiment brauchst Du nur wenige Zutaten. Es genügen Wasser und zudem eine weitere Zutat. Denn ein bisschen Salz und Wasser können bezaubernde Kristalle entstehen lassen. Innerhalb von einer Woche kannst Du beobachten, was passiert, wenn Du Salzwasser einfach nur stehen lässt. Wenn Du Dir grobes Kochsalz aus der Nähe anschaust, kannst Du vielleicht auch schon Kristalle erkennen (Hochleitner, 2018). Noch ein Vorteil: Kristalle züchten kannst Du auch bei schlechtem Wetter. Haben wir Dein Interesse geweckt? Dann kann es ja losgehen! Falls Dich unsere Inhalte interessieren, findest Du auch andere spannende Experimente im Kurs Physik. Wenn Du Versuche selbst durchführst, kannst Du nämlich sehr viel lernen und außerdem Deiner Neugier freien Lauf lassen.

Das passiert beim Züchten von Kristallen

Wir erklären Dir, was genau beim Züchten von Kristallen passiert. Denn wie bei jedem Versuch ist es wichtig zu verstehen, was dabei geschieht. Das Gute daran: Die Erklärung ist ganz einfach. Kristalle bestehen aus Atomen, die in einem Gitter angeordnet sind. Die Atome formen sich also nach einem bestimmten Bauplan und bilden so einen Kristall (Finan, 2013). Diese besondere Struktur von Kristallen erforschen Wissenschaftler der Uni Bochum.

Beim Züchten von Salzkristallen spielen Wasser und Salz die wichtigste Rolle, denn sie werden vermischt. Aber nicht irgendwie, ähnlich wie im Fach Chemie, sollst Du die Zutaten auf eine bestimmte Weise vermischen! Das Wasser sollte warm sein, denn warmes Wasser kann mehr Salz aufnehmen als kaltes. Füllst Du also Salz in warmes oder sogar heißes Wasser, dann nimmt es besonders viel Salz auf. Wir verwenden dabei Alaun. Wenn das Wasser abkühlt, lagert sich der Alaun an der Wolle ab. Wenn Du das Salzwasser eine Zeit lang stehen lässt, dann verdunstet es immer weiter. Je mehr Wasser verdunstet, desto mehr und desto größere Kristalle kannst Du am Ende Deines Experiments beobachten. Übrigens findest Du auf unseren Seiten weitere Angebote zu spannenden Versuchen, zum Beispiel auch zum Fach Biologie.

Salzkristalle züchten – Das Material 

Um Salzkristalle zu züchten, brauchst Du nur wenige Materialien. Die meisten davon hast Du außerdem vermutlich bereits zuhause:

  • Ein breites Glas (z.B. Marmeladenglas)
  • 250 ml Wasser
  • Einen Topf oder einen Wasserkocher
  • 250g Kalium-Aluminium-Sulfat (Alaun), das bekommst Du in der Apotheke (ca. 6€)
  • drei Zahnstocher
  • Einen langen Holzspieß
  • Blumendraht
  • Wolle

Achtung:

Dieses Experiment darf nur unter Aufsicht eines Erwachsenen durchgeführt werden.

Die Vorbereitung des Versuchs

Du kannst Dein Experiment zum Züchten der Kristalle ganz einfach während der Ferien in Deiner Küche durchführen. Mache Dir dafür einfach ein bisschen Platz. Stelle Deine Zutaten bereit und sorge dafür, dass Du entweder einen Wasserkocher oder den Herd verwenden kannst.

Kristalle züchten: Die Materialien
Abb. 1: Mit diesen Materialien werden wir Kristalle züchten

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kristalle züchten

Stehen alle Zutaten bereit? Perfekt! Dann kannst Du jetzt sofort beginnen die Salzkristalle zu züchten. Du musst hierzu einen Stern aus Zahnstochern basteln, an dem die Kristalle anschließend wachsen können.

1. Stern vorbereiten

Jetzt geht es los: Forme aus den drei Zahnstochern einen Stern und fixiere sie mit dem Blumendraht.

Salzkristalle züchten: Zahnstocher-Stern basteln
Abb. 2: Bevor wir Salzkristalle züchten, basteln wir einen Zahnstocher-Stern

Umwickle Deinen Stern anschließend mit Wolle. Achte darauf, dass der Wollfaden etwas übersteht, damit Du den Stern später an diesem Faden aufhängen kannst.

Stern mit Wolle umwickeln
Abb. 3: Der Stern wird mit Wolle umwickelt

2. Stern im Glas platzieren

Binde Deinen Stern mit dem Wollfaden an den Holzspieß. Lege den Spieß dann auf ein breites Glas oder einen breiten Becher. Der Stern sollte dabei frei im Glas hängen. Das sieht bei uns so aus:

Stern aufhängen
Abb. 4: Unser Stern darf frei im Glas hängen

3. Salzwasser mischen

Erhitze Dein Wasser im Wasserkocher oder im Topf auf dem Herd, bis es kocht. Schalte dann den Wasserkocher bzw. den Herd aus. Achtung: Lass Dir dabei am besten von einem Erwachsenen helfen! Mische anschließend Alaun ins Wasser, bis es sich nicht mehr auflöst.

Kristalle züchten: Salz und Wasser mischen
Abb. 5: Um Kristalle zu züchten, müssen Wasser und Salz vermischt werden

4. Mischung umfüllen

Fülle die Mischung aus Wasser und Alaun in Dein vorbereitetes Glas um. Der Stern sollte nun mit Wasser bedeckt sein. Dann kommt der schwierigste Teil des Experiments: Abwarten!

Wollstern ganz mit Wasser bedecken
Abb. 6: Unser Wollstern muss ganz mit Wasser bedeckt sein

5. Kristalle wachsen lassen

Mit der Zeit bilden sich kleine Kristalle an Deinem Holzstern. Nach ca. 10 Tagen kannst Du Deinen Stern schließlich vom Holzspieß lösen und endlich tolle Salzkristalle aus der Nähe bewundern!

Salzkristalle züchten: Das Ergebnis
Abb. 7: So schön glitzern die gezüchteten Salzkristalle

Auch eine Möglichkeit: Zuckerkristalle züchten

Auf ähnliche Weise kannst Du auch Zuckerkristalle züchten. Die kannst Du anschließend sogar naschen! Auch hier brauchst Du Holzspieße, am besten drei Stück. Diese hältst Du unters Wasser und wälzt sie anschließend in Zucker. Dann lässt Du sie trocknen. Fülle anschließend drei Gläser Zucker und ein Glas Wasser in einen Topf. Das rührst Du dann gut um und stellst den Topf auf den Herd. Achtung: Lass Dir auch hierbei von einem Erwachsenen helfen!

Während das Wasser aufkocht, wird die Zuckerlösung klar. In dieser Zeit kannst Du schon Lebensmittelfarbe in ein leeres Glas füllen. Dann kommt das Zuckerwasser ins Glas. Jetzt hängst Du Deine Zuckerstäbe vom Anfang in das Glas mit der Zuckerlösung. Der Stab sollte weder den Boden noch die Ränder des Glases berühren. Dazu kannst Du Deinen Stab zum Beispiel mit Wäscheklammern am Glasrand aufhängen. Nach acht Tagen wirst Du schließlich sehen: Du hast tolle Zuckerkristalle gezüchtet. Und die Kristalle sehen bezaubernd aus!

Unser Tipp:

Gib Deinen Kristallen genug Zeit zum Wachsen. Das Wasser muss erst verdunsten, denn erst dann kommen die Kristalle so richtig schön zum Vorschein!

Mit Kristallen kannst Du Dich außerdem später an der Universität beim Studieren beschäftigen. Denn dazu gibt es an der Universität Freiburg einen speziellen Studiengang.

Tabelle 1: Verschiedene Möglichkeiten zum Kristalle züchten

MaterialKristallformMethode
SalzWürfelförmigSalzlösung verdunsten lassen
AlaunWürfelförmigHolzstern in Alaunlösung hängen 
ZuckerWürfelförmigZuckerstäbe in Zuckerwasser tauchen

Teste Dein Wissen mit diesem Arbeitsblatt

Wir hoffen, dass Dir dieses Experiment viel Spaß gemacht hat und Du wunderschöne Kristalle gezüchtet hast! Aber hast Du Dir auch behalten, was eigentlich passiert, wenn Kristalle wachsen? Ähnlich wie beim Homeschooling kannst Du Dich auch mit unserem Arbeitsblatt selbst testen. Wenn Du wissen willst, ob Du alles richtig hast, dann schau auf dem Lösungsblatt nach.

Wie Du siehst, kannst Du ganz leicht von zuhause aus Salzkristalle züchten. Das ist außerdem auch ein tolles Projekt für die Ferienbetreuung. Du hast gelernt, dass Du mit etwas Wasser und Alaun tolle Kristalle züchten kannst. Aber auch mit Zucker lassen sich spektakuläre Formen herstellen! Auf unseren Seiten gibt es zudem noch viele weitere Experimente zu entdecken. Also schau doch einfach mal nach. Wir freuen uns auf Dich!

Literatur

Finan, Karin (2013): Mineralien und Gesteine. Funkelnde Schätze (WAS IST WAS Sachbuch, Band 45). Erste Auflage. Nürnberg.

Hochleitner, Rupert (2018): Welcher Stein ist das? 2. Auflage. Stuttgart.

Krukenberg, Erika (2015): Kristalle züchten und mehr: Einfache chemische Experimente. 2. Auflage. Norderstedt.

FAQs – Kristalle züchten

Man kann Kristalle züchten, aber wachsen sie auch von selbst?

Kristalle wachsen, wenn Salzwasser verdunstet. Die Konzentration des Salzes steigt dann und es setzt sich als Kristall ab. Kristalle wachsen also auch, ohne menschliches Zutun.

Wieso erkennt man die Kristallform so gut, wenn man Salzkristalle züchtet?

Kristalle haben immer eine ganz bestimmte Form. Ein Kristall aus Kochsalz ist ein Würfel. Beim Züchten der Kristalle am Faden kann der Kristall dabei von allen Seiten wachsen. Dadurch wird die Form besonders schön sichtbar.

Kann man auch bunte Zuckerkristalle züchten?

Ja! Wenn Du Dein Zuckerwasser mit Lebensmittelfarbe färbst, dann kannst Du, genau wie bei Deinen Salzkristallen, auch bunte Kristalle züchten!

Kann man für das Züchten von Salzkristallen auch Meerwasser verwenden?

Ja, das ist sogar gut! Meerwasser enthält meistens von Natur aus Salz. Darum kannst Du damit auch ohne Zugabe von Salz schöne Kristalle herstellen.

Warum entstehen beim Züchten nur selten sehr große Kristalle?

Das Wachstum der einzelnen Kristalle beginnt oft unabhängig voneinander. Aus diesem Grund wachsen oft mehrere kleine Kristalle zusammen und es kommt nicht dazu, dass ein einzelner Kristall sehr groß wird.

Weitere Versuche unter: Experimente

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