Sterne & Planeten Astronomie
Faszination Leben Naturwissenschaften
Exploratives Lernen Chemie

Urzeitkrebse züchten in 8 Schritten

Veröffentlicht: . Geändert: .
Urzeitkrebse züchten in 8 Schritten

Urzeitkrebse züchten ist viel einfacher, als Du denkst! In nur wenigen Schritten und mit ein wenig Geduld hast Du Deine eigenen kleinen Haustiere ins Leben gerufen, über die Du Dich jeden Tag freuen kannst. Was Du bei der Zucht beachten musst und warum es sich lohnt, den kleinen Triopsen ein Zuhause bei Dir zu geben, verraten wir Dir hier.

Urzeitkrebse züchten – Eine Reise in die Vergangenheit

Urkrebse, auch Triopse genannt, sind die älteste noch lebende Tierart der Welt. Wahrscheinlich sind sie im Meer entstanden, wanderten dann aber in Binnengewässer über (vgl. Belk, 1996). Durch sie kannst Du also so einiges über die Evolution lernen, schließlich gibt es sie seit unglaublichen 200 Millionen Jahren auf unserer Erde. Ganz schön viel Zeit, die seither ins Land gestrichen ist, nicht wahr? Verändert haben sie sich dabei jedoch kein bisschen. Deswegen bezeichnen wir sie auch als lebende Fossilien (vgl. Fischl, 2012). Dazu hat ihre spezielle Lebensweise sie befähigt, wodurch sie sogar die Dinosaurier überlebt haben!

Welt entdecken

Einen Teil ihres Erfolges verdanken sie dabei ihrer Anpassungsfähigkeit. Sie können sich zum Beispiel schnell auf wechselnde Umweltbedingungen einstellen. So hat die Universität Stuttgart herausgefunden, dass ihre Eier lange Trockenzeiten überstehen können. Außerdem wachsen sie sehr schnell. In der freien Natur leben sie nämlich in Pfützen und müssen dabei jederzeit damit rechnen, dass ihre Pfütze austrocknet. Um das zu beobachten, ist unser Experiment ideal, bei dem Du die kleinen Tierchen selbst züchtest. Lass uns also direkt loslegen!

Tabelle 1: Wo kommen Triopse in der freien Natur vor?

Urzeitkrebs-ArtVorkommen in der Natur Größe
FeenkrebsSchmelzwasser /Auentümpel1-10 cm
SalzkrebsBinnensalzseen1-2 cm
MuschelschalerTemporäre Gewässer0,5-2 cm

Das benötigst Du

  • eine Schüssel oder einen Plastikbehälter mit mindestens einem Liter Fassungsvermögen (1-2 Euro)
  • Triops-Zuchtansatz (4 Euro; gibt es zum Beispiel im Zoo-Geschäft)
  • Triops-Futter (4 Euro)
  • Thermometer (3 Euro)
  • Holzstäbchen (wenige Cent)
  • Lampe (z.B. Deine Schreibtischlampe)
  • Regenwasser oder Bachwasser

Aufgepasst!

Um einen Triops zu züchten, musst Du das Wasser auf 22–28 Grad Celsius erwärmen. Ist es kälter, wird es den Kleinen dabei schnell ungemütlich und sie schlüpfen nicht aus dem Ei. Die Schüssel sollte außerdem gründlich gereinigt sein. Verwende für die Reinigung jedoch kein Spülmittel! Reste davon können die fossilen Lebewesen zerstören.

In 8 einfachen Schritten Urzeitkrebse züchten

Lass uns nicht lange um den heißen Brei herumreden und direkt mit dem Experiment starten! Hast Du auch an alle Materialien gedacht? Ganz wichtig dabei: Die kleinen Krebse brauchen 12 Stunden Tageslicht. Zur Not funktioniert es aber auch prima mit Deiner Lampe. Bereit? Dann geht‘ s jetzt los!

1. Material besorgen und vorbereiten

Wenn Du alle Materialien beisammen hast, können wir endlich starten. Überprüfe noch einmal, ob der Behälter auch stabil steht! Nicht, dass unsere winzigen Freunde plötzlich in Schieflage geraten und um ihr Leben bangen müssen.

Urzeitkrebse züchten: Materialien
Abb. 1: Diese Utensilien benötigst Du, wenn Du Urzeitkrebse züchten willst

2. Behälter mit Wasser befüllen

Schütte zunächst das Regenwasser vorsichtig in den Behälter! Um sicherzugehen, dass beim Züchten der Urzeitkrebse nichts schiefgeht, misst Du noch die Temperatur mit einem Thermometer. Ein normales Küchenthermometer, z. B. für Fleisch, reicht hier aus. Denk dabei daran: Das Wasser muss 22-28 °C warm sein.

Triopse züchten: Wasser einfüllen
Abb. 2: Damit Du Triopse züchten kannst, musst Du zuerst den Behälter mit Wasser füllen

3. Zuchtansatz einstreuen

Ist das Wasser warm genug für unsere kleinen Freunde? Dann kannst Du jetzt den Zuchtansatz öffnen. In den Tütchen ist neben den Eiern auch immer ein Sandgemisch enthalten, in dem sich die fossilen Tierchen wohlfühlen und in dem sie nach dem Schlüpfen Bakterien als Nahrung finden. Deshalb geben wir den Zuchtansatz jetzt ins Wasser.

Triops züchten: Zuchtansatz
Abb. 3: Um einen Triops zu züchten, benötigst Du den richtigen Zuchtansatz

4. Die Eier müssen sich im Sand absetzen

Die Eier sind senfgelb bis hellbraun und schwimmen zu Beginn häufig wieder an die Oberfläche. Durch leichtes Rühren mit dem Holzstäbchen sinken sie jedoch wieder ab. Beachte dabei: Die Urkrebse können nur schlüpfen, wenn die Eier am Boden liegen.

Zuchtansatz umrühren
Abb. 4: Den Zuchtansatz vorsichtig mit einem Holzstäbchen umrühren

6. Licht an und abwarten

Wenn Du alle Schritte befolgt hast, kannst Du gegebenenfalls noch die Lampe einschalten und dann brauchst Du ein bisschen Geduld. Es dauert nämlich ungefähr 48 Stunden, bis die Urzeitkrebse schlüpfen. Die kleinen Larven sind dann durchsichtig bis weiß und können sich schon ganz schön schnell bewegen.

6. Die Krebse füttern

Ab dem zweiten Tag haben die kleinen Wesen ordentlich Hunger. Du kannst Sie mit Aufzuchtfutter ernähren. Das bekommst Du ebenfalls online oder im Zoofachhandel. Die Menge des Futters hängt dabei davon ab, um welche Art es sich handelt und wie viele Triopse geschlüpft sind. 

7. Beobachten

Die nächsten vier bis sechs Tage bleibt es spannend. Denn das Tolle ist, dass Du den Tierchen beim Wachsen und Fressen zusehen kannst. Darüber hinaus reagieren sie auf Licht. Halt mal eine Taschenlampe an eine Seite des Behälters und Du wirst sehen, dass die kleinen Krebse zu dieser Seite schwimmen!

8. Die Krebse umsiedeln 

Wenn die Triopse größer werden, brauchen sie natürlich auch mehr Platz und ein neues Becken. Das kann aber wieder ein alter Glas- oder Plastikbehälter sein. Hier kommt dann noch Aquarium-Sand hinein, wenn Du magst Wasserpflanzen und natürlich wieder Wasser. Wir wünschen Dir dann viel Spaß mit Deinem neuen Haustier!

So sieht der Urkrebs aus
Abb. 5: So sieht der kleine Urkrebs aus

Quiz zu Urzeitkrebsen

Na, wie geht es Deinen kleinen Krebs-Freund:innen? Hoffentlich gut, denn schließlich bist Du ein/e wahre/r Urzeitkrebs-Expert:in. Das kannst Du nun auch bei unserem spannenden Quiz unter Beweis stellen. Ob im Homeschooling, mit Deinen Geschwistern oder Freund:innen – Wir wünschen Dir viel Spaß dabei!

Urzeitkrebse sind der Beweis für die Überlebensfähigkeit uralter Lebewesen. Schon seit 200 Millionen Jahren bewohnen sie unseren blauen Planeten. Und jetzt haben sie auch ein Zuhause in Deinem Kinderzimmer gefunden!

Literatur

Fischl, Daniel (2012): Im Reich der Urzeitkrebse, Hamburg.

Belk, Denton (1996): Was sind „Urzeitkrebse“?, Linz.

FAQs zum Urzeitkrebse züchten

Wie lange leben Urzeitkrebse?

Bis zu 12 Wochen können Deine kleinen Urzeitkrebse überleben. Sie legen jedoch Eier im Sand ab, mit denen Du Deine nächste Zucht starten kannst. Dafür einmal das Wasser entfernen, Sand und Eier durchtrocknen lassen und mit unserer Anleitung von vorne beginnen!

Wie oft muss man Urzeitkrebse füttern?

Bis zu zwei Mal täglich kannst Du Deine Tierchen ab dem zweiten Tag füttern. Achte dabei aber unbedingt auf die Wasserqualität! Wird diese schlechter, unbedingt weniger füttern!

Welches Wasser brauchen Triopse?

Es eignet sich Regenwasser, Bachwasser, aber auch destilliertes oder stilles Mineralwasser mit wenig Mineralien.

Können sich Urzeitkrebse vermehren?

Ja, das können sie! Irgendwann legen die geschlechtsreifen Weibchen nämlich ihre Eier ab und vergraben sie dann im Sand. Diese können im trockenen Boden ganze Jahrzehnte ruhen, bevor die Larven bei einer erneuten Überschwemmung mit Wasser schlüpfen. Es gibt sogar Ausstellungen zu Urzeitkrebsen, wie zum Beispiel an der TU Freiberg.

Kann man Triops in die Hand nehmen?

Du kannst Deine saubere (seifen- und cremefreie) Hand ins Wasser halten und die Tierchen darüber gleiten lassen. Nimm sie aber lieber nicht raus! Immerhin sind Urzeitkrebse Lebewesen, die auch so behandelt werden sollten. Würdest Du sie aus dem Wasser nehmen, wäre das so, als würde Dir jemand die Luft zum Atmen abschnüren. Also sei schön vorsichtig und sanft!

Weitere Versuche unter: Experimente

Anderen hat auch das noch gefallen