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Lavalampe selber machen in 4 Schritten

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Lavalampe selber machen: Versuch in 4 Schritten

Wusstest Du, dass Du eine Lavalampe selber machen kannst? Wir zeigen Dir, wie Du dieses Experiment in vier einfachen Schritten durchführen kannst. Denn Deine selbstgebaute Lavalampe ist nicht nur ein echter Hingucker, beim Bauen lernst Du zudem einige naturwissenschaftliche Phänomene kennen!

Lavalampe selber machen – Deshalb lohnt es sich

Du solltest unbedingt eine Lavalampe selber machen, wenn Du etwas über die Naturwissenschaften erfahren willst. Denn bei Deiner Lavalampe sorgen vor allem die chemischen Eigenschaften ihrer Bestandteile für den coolen Effekt. Wenn Du einmal die Chemie hinter unserem Experiment verstanden hast, kannst Du Dein neu gewonnenes Wissen auf viele andere Versuche und tägliche Situationen anwenden. Du kannst die Lampe Zuhause bauen oder vielleicht zusammen mit anderen Kids in der Ferienbetreuung. Macht am besten gleich mehrere in verschiedenen Farben. Das sieht klasse aus!

Beim Bauen der Lavalampe, wirst Du außerdem bemerken, dass sich spannende Experimente wunderbar eignen, um trockene Theorie aufzulockern. So macht das Homeschooling gleich viel mehr Spaß! Exploratives Lernen ist zudem besonders effektiv. Denn es ist bekannt, dass Neugierde eine wichtige Basis für unsere Lernfähigkeit darstellt (Goertz, 2018). Wir lernen also dann besonders gut, wenn wir selbst aktiv werden und mit Spaß neue Aufgabengebiete erkunden. Gute Gründe also eine Lavalampe selber zu bauen. Geeignet ist der Versuch dabei sogar schon für die Vorschule.

Aufgrund der vielen Vorteile erforscht die Universität Bonn, wie praktische Versuche beim Lernen in der Grundschule eingesetzt werden können. Hierbei können viele Themenfelder – von Biologie bis Chemie – kindgerecht und praxisnah beleuchtet werden.

Material zum Lavalampe selber bauen

Wenn Du eine Lavalampe selber machen willst, musst Du nur alle Zutaten besorgen und schon kann es losgehen. An der selbstgemachten Lavalampe gefällt uns besonders gut, dass wir fast alle Materialen entweder schon Zuhause haben oder sehr günstig einkaufen können.

Du brauchst:

  • Ein hohes Glas oder eine Flasche
  • Leitungswasser
  • Speiseöl (1,19 €)
  • Lebensmittelfarbe (1,99 €)
  • Brausetabletten (0,45 €)
Lavalampe selber machen: Materialien
Abb. 1: Das brauchst Du, wenn Du eine Lavalampe selber machen willst

In 4 Schritten eine Lavalampe selber machen

Verwende eine leicht zu reinigende Unterlage, wenn Du Deine Lavalampe selber baust. Stell Dir außerdem Küchentücher bereit, falls etwas daneben geht. Hast Du alles, was Du brauchst? Na dann: Auf die Lava, fertig, los!

1. Fülle etwas Wasser ins Gefäß

Im ersten Schritt füllst Du Dein Gefäß etwa zu einem Drittel mit Leitungswasser auf. Denn ohne Wasser funktioniert Deine Lavalampe nicht.

Lavalampe selber bauen: Wasser einfüllen
Abb. 2: Um eine Lavalampe selber zu bauen, musst Du Wasser in das Glas füllen

2. Färbe das Wasser mit Lebensmittelfarbe

Wir empfehlen Dir das Wasser auf jeden Fall einzufärben. Denn so kannst Du eine Lavalampe selber machen, die richtig toll aussieht. Hierzu eignet sich Lebensmittelfarbe besonders gut, Tinte funktioniert jedoch ebenfalls. Um einen richtigen Lava-Effekt zu erzeugen, haben wir uns für rote Lebensmittelfarbe entschieden. Aber auch mit anderen Farben sieht das Ergebnis super cool aus. Du kannst die Farben außerdem auch mischen und so für einen ganz besonderen kreativen Effekt sorgen.

Lavalampe selber machen: Farbe hinzufügen
Abb. 3: Beim Lavalampe selber Machen kommt nun Farbe ins Spiel

3. Fülle das Gefäß mit Speiseöl auf

Was passiert jedoch mit dem bunten Wasser, wenn Du Speiseöl darauf gießt? Probiere es aus: Fülle das Gefäß zu etwa einem Drittel mit Speiseöl auf. Es ist wichtig, dass Du etwas Abstand zum Rand lässt, damit Deine Lavalampe nach dem Bauen nicht überläuft.

Speiseöl einfüllen
Abb. 4: Nun wird das Gefäß mit Speiseöl gefüllt

Wow, das sieht ja schon mal klasse aus. Aber was passiert hier eigentlich gerade?

Forscher-Beobachtung 1:

Zu Beginn wird das Wasser etwas aufgewirbelt. Anschließend setzt es sich jedoch unten ab. Das liegt daran, dass Wasser und Öl nicht mischbar sind. In der Chemie spricht man hierbei von einer unterschiedlichen Polarität. Das Wasser ist polar, das Öl unpolar. Vereinfacht heißt das, dass die kleinsten Teilchen, aus denen Wasser und Öl bestehen, sich gegenseitig abstoßen. Je ähnlicher sich die Polaritäten der Flüssigkeiten sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie gut mischbar sind.

4. Gib die Brausetablette dazu

Jetzt darf die „Lava“ endlich sprudeln. Gib dazu die Brausetablette in Dein Gefäß und beobachte anschließend genau, was dabei passiert.

Brausetablette zugeben
Abb. 5: Die Brausetablette zugeben

Wie Du siehst, entstehen kleine Gasbläschen, sobald die Brausetablette das Wasser berührt. Hier entsteht Kohlenstoffdioxid (Förster, 2005). Das ist das Gas, das Du auch ausatmest.

Forscher-Beobachtung 2:

Das Öl bleibt immer oben, das Wasser unten. Hier siehst Du einen physikalischen Effekt. Denn Öl hat eine geringere Dichte als Wasser. Das bedeutet, dass es leichter ist (Meister, 2012). Deshalb schwimmt es oben. Ist Physik nicht spannend?

In der Tabelle fassen wir zusammen, welche naturwissenschaftlichen Phänomene in Deiner Lavalampe stecken.

Tabelle 1: Wenn man eine Lavalampe selber macht, kann man folgendes beobachten:

BeobachtungBegründungErklärung für echte Forscher
Das Öl bildet eine Schicht auf dem Wasser.Öl und Wasser sind nicht mischbar. Öl ist leichter als Wasser.Ursache hierfür sind die unterschiedliche Polarität und Dichte der beiden Flüssigkeiten. 
Nur das Wasser ist farbig. Das Öl bleibt klar.Die Lebensmittelfarbe ist wasserlöslich, aber unlöslich in Öl.Die Löslichkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Menge, der Temperatur und der Polarität. Die sogenannten wasserliebenden Stoffe lösen sich gut in Wasser, die wasserabstoßenden Stoffe lösen sich schlecht. 
Die Brausetablette sprudelt erst im Wasser.Die Tablette ist nur in Wasser löslich.Die chemische Reaktion, die zum Sprudeln führt, kann erst im Wasser stattfinden. Deshalb passiert nichts, während die Tablette durch das Öl gleitet.
Im Wasser bildet die Brausetablette Luftbläschen und löst sich auf.Im Wasser bildet sich aus der festen Tablette ein Gas.Die Brausetablette besteht teils aus Salzen, sogenannten Hydrogencarbonaten. Außerdem ist Zitronensäure enthalten. Löst sich die Tablette in Wasser, reagiert das Hydrogencarbonat mit der Säure. Dabei entstehen Wasser und das Gas Kohlenstoffdioxid (CO2). Das CO2 steigt dann in kleinen Blasen nach oben. 

Wissensfragen zum Experiment

Wir hoffen, dass Dir dieser Versuch sehr viel Spaß gemacht hat! Aber hast Du dir auch alle Fakten zu den naturwissenschaftlichen Phänomenen behalten, die Du beim Bau Deiner Lavalampe beobachten konntest? Stell Dein Wissen mit unserem Übungsblatt auf die Probe! Ob Du alles richtig hast, erfährst Du auf dem Lösungsblatt.

Deine selbstgemachte Lavalampe kannst Du immer wieder „zünden“, indem Du eine weitere Brausetablette dazugibst. Dabei sieht die Lavalampe nicht nur richtig cool aus, sondern erinnert Dich auch an die spannenden naturwissenschaftlichen Phänomene, die Du dabei kennengelernt hast. Denn Physik und Chemie begegnen Dir überall im Alltag und mit coolen Experimenten findest Du heraus, wo sie zu finden sind.

Literatur

Goertz, Noemi (2018): Lernmotivation und Lernstrategien für Kinder. So lernen Kinder mit Spaß zu lernen! 1. Auflage.

Meister, Erich (2012): Grundpraktikum Physikalische Chemie – Theorie und Experimente, 2. Auflage, Zürich.

Förster, Hendrik (2005): Chemische Exponate für Kinder in Science Centern, Dissertation Universität Bielefeld.

FAQs – Lavalampe selber machen

Welches Gefäß sollte man verwenden, wenn man eine Lavalampe selber machen möchte?

Besonders geeignet sind hohe Gefäße, in denen die „Lava-Blasen“ weit steigen können. Dabei bieten hohe und schmale Gefäße den besonderen Vorteil, dass das Licht besser durch das Öl fällt und der Effekt noch besser zur Geltung kommt.

Kann man alle Speiseölsorten nutzen, wenn man eine Lavalampe selber bauen will?

Grundsätzlich sind alle Speiseölsorten geeignet. Da das Öl danach nicht mehr verzehrt werden kann, haben wir uns mit Rapsöl für eine regionale und kostengünstige Variante entschieden.

Muss man auf die Temperatur achten, wenn man eine Lavalampe selber macht?

Im Gegensatz zur elektrischen Lavalampe spielt die Temperatur bei unserer selbstgebauten Variante keine Rolle. Zwar beeinflusst die Temperatur die Löslichkeit der Stoffe, sofern sie jedoch bei normaler Raumtemperatur liegt, ist sie für unser Experiment unerheblich.

Kann man nur mit Brausetabletten eine Lavalampe selber bauen?

Nein. Wenn Du keine Brausetabletten Zuhause hast, kannst Du die Komponenten Backpulver (besteht auch aus Natriumhydrogencarbonat) und Säure (z.B. Zitronensäure oder ein Schuss Essig) auch einzeln zugeben.

Worin liegt der Unterschied zwischen der selbstgemachten Lavalampe und der elektrischen Variante?

Auch die elektrische Lavalampe macht sich die Effekte von Löslichkeit und Dichte zunutze. In diesem Fall besteht die „Lava“ jedoch aus Wachs. Im kalten Zustand liegt dieses relativ hart am Boden der Lampe. Sobald die Glühbirne jedoch angeschaltet wird, erwärmt es sich. Im warmen Zustand hat es nun plötzlich eine geringere Dichte als die umgebende Flüssigkeit, sodass das Wachs langsam nach oben steigt.

Weitere Versuche unter: Experimente

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