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Sprachförderung & Sprachbildung: Kita, Kindergarten & Vorschule

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Sprachförderung Definition

Unter Sprachförderung versteht man die spezifische Förderung einzelner Kinder und Jugendlicher, die beim Sprechen im Vergleich zu Gleichaltrigen Schwierigkeiten und Defizite aufweisen. Dafür kann es verschiedene Gründe, wie etwa organische Ursachen oder das Aufwachsen in einem mehrsprachigen Haushalt geben. Doch wie erkennst Du, dass Dein Kind Hilfe benötigt? Und wie kannst Du ihm dabei unter die Arme greifen? Wir verraten es Dir in diesem Beitrag!

Definition Sprachförderung

Sprachförderung bedeutet eine zielgerichtete Unterstützung der Sprachentwicklung bei Kindern, die sprachliche Defizite bzw. einen altersgemäß unterdurchschnittlichen Spracherwerb aufweisen.

Dabei bietet die Sprachförderung zusätzliche Lernangebote, die die individuelle Sprachentwicklung stärkt (vgl. Carle/Metzen, 2014).

Unterschied zur alltagsintegrierten Sprachbildung

Im Gegensatz zur Sprachförderung benötigt jedes Kind von Geburt an alltagsintegrierte Sprachbildung, um sich einmal angemessen ausdrücken zu können. Nicht nur in der gesprochenen Sprache, sondern auch beim Schreiben lernen macht sich eine gute Sprachbildung bezahlt. Die Sprachförderung kommt hingegen (im besten Fall) all jenen Kindern zugute, die nicht auf demselben Stand sind wie ihre Altersgenoss:innen. Dafür kann es verschiedene Gründe geben wie etwa organische Ursachen. Aber auch das Elternhaus kann den entscheidenden Unterschied machen. Du als Elternteil bist nicht nur der/die erste Kommunikationspartner:in für Deinen Schützling, sondern auch sein sprachliches Vorbild! Damit trägst Du in jeder Sekunde Eures Zusammenseins bewusst oder unbewusst zur Sprachbildung Deines Kindes bei. Zum Beispiel dann, wenn Du Deinem Kind etwas vorliest, Dich mit ihm unterhältst oder mit einer anderen Person, während Dein Spross anwesend ist.

In der Regel reicht diese alltagsintegrierte Sprachbildung bei den meisten Kindern auch aus, um in einem bestimmten Zeitraum sprachliche Entwicklungsschritte erfolgreich zu meistern. Manchen gelingen diese aber nicht so spielend leicht. An diesem Punkt greift dann die Sprachförderung. Sie sorgt dafür, dass auch solche Kinder, denen das Sprechenlernen schwerer fällt, kommunikativ aufholen und nicht länger hinterherhängen.

Warum und für wen ist Sprachförderung notwendig?

Sprachliche Förderung ist nicht nur wichtig, damit Du Dein Kind verstehst, wenn es Dir etwas mitteilen will. Schließlich ist Sprache unser Schlüssel zur Welt. Über das Sprechen und Zuhören erschließen wir uns unsere Umwelt, treten mit anderen in Kontakt, äußern Bedürfnisse und werden Teil der Gesellschaft. So auch unsere Kleinsten. Kinder, die deutlich schlechter, wenig oder sogar gar nicht sprechen, haben es schwer, Anschluss zu finden. Sie werden schnell von Gleichaltrigen ausgeschlossen. Wenn Du also merkst, dass Dein Kind keine wirklichen Spielkamerad:innen oder gar Freund:innen in der Kita hat, dann kann das an mangelnden sprachlichen Fähigkeiten liegen. Sprachförderung ist dementsprechend für solche Kinder ein Muss. 

Natürlich gibt es auch noch andere Ursachen, die eine Sprachförderung erforderlich machen. Die Universität Köln forscht etwa zu den Wechselwirkungen von Sprachdefiziten unter Kindern mit Zuwanderungsgeschichte und den daraus erwachsenden Ansprüchen an das Bildungssystem.

Anzeichen, dass Dein Kind Sprachförderung benötigt

Doch wie erkennst Du, dass Dein Kind eine gezielte Sprachförderung benötigt? 

Wenn Dein Kind von einem auf den anderen Tag aufhört, mit Dir oder anderen zu kommunizieren, sollten Deine Alarmglocken läuten! Soziale oder kommunikative Isolation sind oftmals ein Anzeichen für Sprachförderungsbedarf. Das gilt übrigens bereits ab dem Säuglingsalter. Denn auch Babys und Kleinkinder kommunizieren mit uns über Brabbeln, Plappern oder andere Geräusche. Ist damit von heute auf morgen Schluss, kann das zum Beispiel auf einen Hörschaden hindeuten. Diesen solltest Du aber unbedingt ärztlich abklären lassen! Oder eben auf Defizite beim Sprechen, die nicht-organischer Natur sind.

Kommen außerdem mehrere oder alle der folgenden vier Sprachstörungsarten bei Deinem Kind zusammen, solltest Du ebenfalls hellhörig werden: 

  1. Dein Kind versteht die Bedeutung vieler Wörter nicht, die es eigentlich bereits kennen sollte. Insbesondere solcher Wörter, die es regelmäßig hört, weil Du oder eine andere Bezugsperson diese ihm gegenüber oder in seiner Anwesenheit gebraucht. Oder, wenn es schon in die Schule geht, auch solche, auf die es beispielsweise bereits beim Lesen lernen gestoßen ist.
  2. Lispeln, Stammeln, Stottern und andere Lautbildungsstörungen – Halten sie auch nach einem längeren Zeitraum an, deutet das ebenfalls darauf hin, dass Dein Kind spezielle Unterstützung beim Spracherwerb benötigt. 
  3. Dein Kind beherrscht im Vergleich zu anderen Kindern deutlich weniger Wörter? Ein eingeschränkter Wortschatz sollte Dich ebenso aufmerksam werden lassen. 
  4. Nähert sich Dein Kind dem Vorschulalter, sollte ein gewisses grammatisches Verständnis vorhanden sein. Fehler sind hierbei normal und jedes Kind lernt in seinem Tempo, keine Frage! Lässt Dein Kind jedoch wiederholt Wörter oder Satzteile weg oder tut sich immer wieder bei der Mehrzahlbildung und Beugung von Wörtern schwer, braucht es jemanden, der oder die ihm über die reguläre Sprachbildung hinaus unter die Arme greift.

Wann müssen Expert:innen her?

Sprachförderung kann hervorragend von zu Hause aus durch Dich als Elternteil funktionieren. Doch manchmal fehlt dafür die Zeit, die Energie oder Geduld. Oder Du kommst einfach nicht weiter. Wann ist es Zeit, sich professionelle Hilfe zu suchen?

Wenn keine Entwicklung erkennbar ist

Zeigt Dein Kind auch nach intensiver und längerer Förderung Deinerseits keine positive Entwicklung beim Sprechenlernen, solltest Du einen Profi aufsuchen! Der erste Gang führt auch hier in der Regel zum Kinderarzt bzw. zur Kinderärztin. Viele darunter erkennen sprachliche Entwicklungsstörungen und deren Ursachen auch bereits in den regelmäßigen U-Untersuchungen.

Bei Verdacht auf organische Beschwerden

Manche Entwicklungsstörungen beim Spracherwerb lassen sich nicht auf pädagogische Weise behandeln. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Dein Kind aufgrund von körperlichen Ursachen nicht richtig sprechen kann. So deuten einige Sprachschwierigkeiten auf einen Schaden des Gehörs hin. Aber auch verschiedene Erkrankungen des Mund-Kiefer-Raums machen das sprachliche Leben einiger unserer Jüngsten zum Kampf. In solchen Fällen können nur Kinderärzt:innen helfen. Denn organische Einschränkungen verschwinden nicht einfach von heute auf morgen von selbst, wie auch die Universität Graz festgestellt hat. Klär bei sprachlichen Defiziten Deines Schützlings also zunächst ab, ob die Wurzel des Ganzen vielleicht körperlicher Natur ist!

Das bieten wir bei unserer Sprachförderung

Im Rahmen unserer Sprachförderung greifen wir dort ein, wo Du nicht mehr weiterkommst! Vom Buchstaben lernen über eine Erweiterung des Wortschatzes bis hin zur Verbesserung der Grammatikkünste Deines Kindes ist alles dabei. Natürlich können wir nicht zaubern und organische oder anatomische Defizite ausgleichen. Allen Kindern, die körperlich gesund sind, bieten wir jedoch die Möglichkeit, sprachliche Rückschritte aufzuholen. Dabei steht der Spaß natürlich immer im Vordergrund. 

Gemeinsam …

  • arbeiten wir am Wortschatz Deines Kindes.
  • üben wir mit Deinem Schützling die korrekte Artikulation von einfachen Wörtern, aber auch den einen oder anderen Zungenbrecher.
  • bauen wir die Grammatik-Skills Deines Kindes altersentsprechend aus.
  • entwickeln wir mit Deinem Kind ein Gespür für die richtige Betonung, Rhythmus und Takt beim Sprechen.
Ziele der Sprachförderung
Abb. 1: Unsere Ziele bei der Sprachförderung Deines Kindes

Mit welchen Materialien funktioniert Sprachförderung besonders gut?

Sprachförderung kann auch im heimischen Wohn- oder Kinderzimmer wunderbar gelingen! Dafür gibt es verschiedene kleine Helferlein, die Dich und Dein Kind unterstützen. Und obendrein sorgen sie für eine Menge Spaß an der Sache!

Da wären zum einen lustige Spiele, wie etwa Abzählreime, Finger- und Bewegungsspiele sowie Zungenbrecher. Es gibt aber auch viele Brett- und Kartenspiele, die speziell zur Sprachförderung entwickelt wurden und äußerst empfehlenswert sind. 

Zum anderen können Bilderbücher die Sprachförderung Deines Kindes bedeutend unterstützen. Schaut Euch gemeinsam das Lieblingsbuch Deines Schützlings an. Beschreibt dabei abwechselnd oder gemeinsam, was Ihr auf den einzelnen Bildern sehen könnt. Das fördert die Sprachkompetenz und obendrein die Fantasie!

Methoden & Tipps zur Sprachförderung für Dein Kind und Dich

Sprachförderung sollte im besten Fall in den Alltag Deines Kindes integriert werden, bis es gar nicht mehr merkt, dass sie stattfindet. So fühlt es sich nicht unter Druck gesetzt. Sonst droht im schlimmsten Fall der komplette Verlust der Sprechfreude. Doch wie gelingt das am besten? Wir haben ein paar hilfreiche Tipps und Methoden für Dich zusammengefasst, die wir Dir und Deinem Kind nur ans Herz legen können:

  1. Hol Dein Kind dort ab, wo es sich befindet! Jedes Kind lernt unterschiedlich schnell und startet an einem anderen Punkt. Vor allem diejenigen unter unseren Kleinsten, die Defizite aufweisen. Damit es nicht zur Überforderung kommt, die sich in Lernschwierigkeiten oder anderem auffälligen Verhalten ausdrückt, solltest Du Deine Sprachförderung ganz individuell an Dein Kind anpassen (vgl. Dux/Sievert, 2012).
  2. Schluss mit Babysprache! Dass Du selbst ordentliches Deutsch mit Deinem Kind sprichst, ist das A und O! Wie soll Dein Kind lernen, in ganzen Sätzen zu sprechen, wenn Du es ihm nicht vorlebst?
  3. Fehlerhafte Aussagen korrekt wiederholen. Dein Kind macht beim Sprechen einen Fehler? Nicht schlimm! Wiederhole oder greife den Satz oder das Wort in korrekter Weise auf und zeige ihm damit, wie es richtig geht. 
  4. Geht in den Dialog! Zuhören und Sprechen stehen bei der Sprachförderung auf einer Stufe. Hör Deinem Kind zu, ohne es ständig zu unterbrechen, um es zu korrigieren und reagiere an den entsprechenden Stellen auf das, was es sagt! Besser wird man schließlich nur durch üben, üben, üben!

Sprachförderung ist ein ganz individueller Prozess, der aus unsicheren oder sprechfaulen Kindern kleine Plappermäuler machen kann. Außerdem greift sie immer dort ein, wo es notwendig und wichtig ist. Denn wer nicht, viel zu wenig oder fehlerhaft spricht, verliert schnell den Anschluss in der Gesellschaft. Es ist also Zeit, dem ein Ende zu machen und Dein Kind zum/zur Wortkünstler:in zu machen.

Literatur

Carle, Ursula/Metzen, Heinz (2014): Sprachbildung und Sprachförderung als Querschnittsaufgabe, Bremen. 

Dux, Winfried/Sievert, Susanne (2012): Sprachentwicklung und Sprachförderung bei Kindern, Hessen.

FAQs zur Sprachförderung

Was gehört zur Sprachförderung?

Die Sprachförderung umfasst die Förderung der grammatischen Fähigkeiten, die Verbesserung der Artikulation, den Ausbau des Wortschatzes und die Entwicklung eines Rhythmusgefühls beim Sprechen Deines Kindes.

Wann ist Sprachförderung nötig?

Im Gegensatz zur Sprachbildung ist Sprachförderung erst dann notwendig, wenn Dein Kind im Vergleich zu anderen Kindern auf derselben Entwicklungsstufe deutliche Defizite aufweist. Diese können die Aussprache, den Wortschatz, die Grammatik und andere Komponenten des Sprechens betreffen.

Was ist alltagsintegrierte Sprachförderung?

Wie der Name bereits suggeriert, umfasst alltagsintegrierte Sprachförderung all das, was Du sprachfördernd in den Alltag Deines Kindes einbettest. Das kann das korrektive Wiederholen falscher Aussagen bedeuten. Aber auch verschiedene sprachfördernde Spiele. Oder die Aufgabe an Dein Kind, das, was es tut, denkt oder sieht zu kommentieren. Alltagsintegrierte Sprachförderung bietet dabei den Vorteil, mit wenig Druck Erfolge in der sprachlichen Kompetenz Deines Kindes zu erzielen und obendrein Freude am Sprechen aufzubauen.

Warum ist es wichtig, die Sprache zu fördern?

Sprache ist unser Schlüssel zur Welt. Wer sich nicht richtig ausdrücken kann oder gar nicht spricht, verliert schnell den Anschluss. Soziale Isolation, Benachteiligung in allen Bereichen und Frust können die Folge sein. Es ist daher unglaublich wichtig, die Sprachschwierigkeiten Deines Kindes in Angriff zu nehmen.

Was beeinflusst die sprachliche Entwicklung meines Kindes?

All das, was das Umfeld Deines Kindes umfasst. Das bist zum einen Du als Elternteil. Aber auch andere Bezugspersonen, wie insbesondere Geschwister, Erzieher:innen, Lehrkräfte und Freund:innen. Medien, wie Bücher, Fernsehen und Co. wirken sich ebenfalls auf die Sprache Deines Schützlings aus und sind dementsprechend nicht zu unterschätzen.

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