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Merkur Planet Steckbrief

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Merkur Steckbrief für Kinder

Unser Merkur Steckbrief bietet einen idealen Einstieg in die spannende und faszinierende Welt dieses Planeten. Bevor jedoch Deine private Raummission startet, kannst Du Dich zumindest gedanklich auf eine Reise ins Sonnensystem begeben. Und das Ziel? Der Merkur! Für Kinder und auch für Eltern ist dies eine spannende Astronomie Mission.

Wie sieht der Merkur aus?

Das Aussehen des Merkur kann auf den ersten Blick mit der Oberfläche unseres Mondes verglichen werden: viele Krater und schroffe, graue Formen. Auf der zerklüfteten Oberfläche gibt es zudem keine Pflanzen und selbst die Steine werden durch die Einstrahlung zersetzt. Der Merkur wird der Universität Marburg zufolge spätestens alle 3,5-13 Jahre für uns sichtbar – durch einen sogenannten Transit, in dem er in unser Sichtfeld rückt.

Unser Physik Workshop ist zudem die perfekte Vorbereitung auf das Thema Merkur und unsere anderen Planeten, auch bereits in der Vorschule.

Schauen wir uns nun die riesigen Krater auf der Oberfläche des Merkur mal an. Die Durchmesser der Krater sind wirklich beeindruckend.

Tabelle 1: Die größten erforschten Krater des Merkur

NameDurchmesser in kmKoordinaten
Rembrandt71632,89° S; 272,13° W
Beethoven63020,81° S; 123,90° W
Sanai41920,81° S; 123,90° W
Anairin46727,33° S; 002,50° W
Dostoevskij43044,87° S; 177,24° W
Shakespeare39948,00° N; 152,25° W
Tolstoj35616,24° S; 164,66° W

Die Position des Merkur in unserem Sonnensystem

Der Merkur ist der sonnennächste Planet. Nach ihm kommt die Venus und dann unsere Erde. Dabei hat er eine mittlere Entfernung von etwa 60 Mio. km zum Mittelpunkt der Sonne. Im Vergleich hat unsere Erde eine mittlere Entfernung von etwa 150 Mio. km. Wegen der geringeren Entfernung hat der Merkur mit nur 88 Tagen die kürzeste Umlaufzeit im Vergleich zu den anderen Planeten in unserem Sonnensystem.

Den Merkur kannst Du am Nachthimmel sehen. Dabei kannst Du ihn immer nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang erspähen (vgl. Engelhardt, 1984). Der Grund hierfür ist die beschriebene geringe Entfernung zur Sonne. Aus dem gleichen Grund ist es auf dem Merkur auch sehr heiß – denn die durchschnittliche Temperatur beträgt +167 Grad Celsius. 

Im Fach Naturwissenschaften kann man zudem lernen, dass der Merkur der einzige Planet mit einem Magnetfeld ist, abgesehen von der Erde. Im Vergleich zur Erde ist das Magnetfeld des Merkur allerdings deutlich schwächer ausgeprägt. Es entspricht nur etwa 1 % der Stärke des Erdmagnetfeldes.

Bestandteile und Aufbau des Merkur

Im Merkur Steckbrief darf der Aufbau des Planeten nicht fehlen. Außerdem kann man seine stoffliche Zusammensetzung mit den Stoffen vergleichen, die erdbekannt sind, um den Merkur für Kinder begreiflich zu machen. Deshalb gilt der Merkur auch als erdähnlicher Planet. Die stoffliche Zusammensetzung der verschiedenen Planeten variiert hierbei stark. Denn laut der Universität Hamburg gibt es in unserem Universum zwei verschiedene Arten von Planeten – die terrestrischen, die aus Gestein bestehen und sogenannte Gasplaneten mit festem Kern.

Der Merkur ist – wie unser Planet auch – ein terrestrischer. Fast die Hälfte seiner gesamten Masse besteht dabei aus einem harten Eisenkern. Darüber legt sich zudem nur 400 bis 800 Kilometer dick eine Gesteinsschicht aus verschiedenen Mineralien. Das sind zum Beispiel Feldspat oder Quarz, wie Du es aus Granitgestein kennst.

Merkur Steckbrief - Beschaffenheit
Abb. 1: Merkur Steckbrief – der innere Aufbau

Du hast bereits gelernt, dass er der sonnennächste Planet ist. Deshalb ist auch seine Oberfläche so speziell. Ein großes Abenteuer wäre ein Besuch auf dem Merkur. Denn für Kinder wäre seine Oberfläche ein riesiger Spielplatz, bestehend aus schroffen Kratern. Daher ist es schade, dass das Überleben auf diesem Planeten für Menschen nicht möglich ist. Denn die hohe Sonneneinstrahlung bringt das Gestein wortwörtlich zum Kochen. Dieser Prozess führte zur Bildung der Atmosphäre auf diesem Planeten. Denn durch die Hitze verdampft das Material und steigt anschließend auf. Dabei bildet sich eine Schicht, die allerdings so dünn ist, dass auf diesem Planeten – anders als auf unserem – kein Treibhauseffekt entstehen kann. Wie sich dieser Effekt auf Menschen, Tiere und Umwelt auswirken kann, lernt Dein Kind dabei in unserem Biologie Kurs.

Größe und Gewicht

Was kann man zur Größe und zum Gewicht des Merkur sagen? Klein und fein – so könnte man den Merkur im Steckbrief auch beschreiben. Denn er ist der kleinste Planet in unserem System, strahlt deshalb jedoch nicht weniger hell. Zudem konnte sein Durchmesser bereits vor 60 Jahren auf 4.879 km gemessen werden. Der nächstgrößere Planet, der Mars, weist im Vergleich dazu einen Durchmesser von 6 779 km auf. Unser Planet ist zudem fast dreimal so groß wie der Merkur.

Das Gewicht der Planeten zu erklären, ist nicht leicht. Denn die Größen sind nur schwer fassbar und scheinen abstrakt. Denn unter der Zahl 3,285 × 10^23 kg kannst Du Dir sicher erstmal wenig vorstellen. Wenn Du Dich jedoch mit dem Konzept der Erdanziehungskraft auseinandersetzt, wirst Du das Gewicht besser verstehen: Wiegst Du 50 kg auf unserem Planeten, so würdest Du auf dem Merkur nur circa. 18,5 kg wiegen.

Wie schnell bewegt er sich? 

Kurz: Der Merkur bewegt sich sehr flink auf seiner Bahn. Auch in seiner Rotation ist der Merkur für Kinder somit einzigartig. Denn er ist laut der Humboldt-Uni der schnellste Planet in unserem Planetensystem und schafft es in flinken 88 Tagen rund um die Sonne. Im Vergleich: Unser Planet braucht 365 Tage für seinen Weg um den Feuerball. Somit ist das Merkurjahr mit 88 Tagen viel kürzer – doch auch hier gibt es eine Besonderheit. Denn um sich um seine eigene Achse zu drehen, braucht er besonders lange, nämlich ganze 59 Tage (vgl. Mitton, 1989). Dies macht den Zeitraum zwischen Sonnenaufgang und -untergang an einem Ort viel länger, als Du es kennst und täglich erlebst.

Merkur Steckbrief - Umlaufbahn
Abb. 2: Merkur Steckbrief – Die Umlaufbahn

Was bedeutet der Name Merkur?

Den Namen Merkur hat der Planet seiner hohen Umlaufgeschwindigkeit zu verdanken. Mercurio war der geflügelte Götterbote in der griechischen Mythologie: Und was für einen Boten vor allem wichtig ist, ist seine Schnelligkeit. Eine Botschaft soll ihren Empfänger schließlich möglichst flink erreichen. Deshalb haben die alten Griechen den am schnellsten rotierenden Planeten am Himmel nach Mercurio benannt (vgl. Lang/Whitney, 1993). Die Reise dieses Boten zu verfolgen ist möglich für Kinder: Merkur kann mit dem Fernrohr beobachtet werden.

Übrigens!

Vieles ist in unserem Universum noch nicht erforscht. Deshalb ändert sich der Wissensstand rund um die Planeten und auch der Merkur Steckbrief regelmäßig. So spekuliert die Wissenschaft momentan, ob der er in seiner Rotation hinkt. Dies würde zudem auf einen teilweise geschmolzenen Kern hinweisen.

Ein Versuch: Temperatur auf dem Merkur erklärt

Die Temperatur der Oberfläche darf im Merkur Steckbrief nicht fehlen. Merkurtage und -nächte sind, dank der sehr langsamen Eigenrotation des Planeten, sehr lange. Denn die eine Hälfte der Oberfläche wird intensiv und ausdauernd bestrahlt. Die gegenüberliegende Seite liegt dabei im Dunkeln (vgl. Neumann et al, 2013). Die Schattenseite bleibt während dieser langen Zeit kalt und erwärmt sich erst wieder, wenn der Planet seine natürliche Drehung vollzieht. Um den Temperaturunterschied für Kinder zu erklären, empfiehlt sich der Merkur Versuch.

Mit einem experimentellen Zugang werden viele physikalische Eigenschaften für Kinder begreifbarer.

Literatur

Engelhardt W. (1984): Merkur. In: Planeten Monde Ringsysteme. Basel.

Lang, K.R / Whitney, C.A. (1993): Merkur: eine zerfurchte Welt. In: PLANETEN Wanderer im All. Berlin.

Mitton, Simon (1989): Cambridge Enzyklopädie der Astronomie. München.

Neumann, Gregory A., et al (2013): Bright and Dark Polar Deposits on Mercury: Evidence for Surface Volatiles. In: Science.

FAQs zum Merkur Steckbrief

Warum ist der Merkur für Kinder besonders interessant?

Der kleinste Planet unseres Systems ist besonders spannend, da er viele einzigartige, auch erdähnliche Merkmale aufweist. Denn er ist der dichteste Planet, was dabei durch seinen überdimensionalen Eisenkern erklärt werden kann.

Merkur Steckbrief: Wann wurde er zum ersten Mal fotografiert?

Erst vor 45 Jahren glückte es einer Raumsonde einen Teil seiner Oberfläche zu fotografieren. Anschließend wurde im Jahr 2011 von der amerikanischen Raumsonde Messenger eine vollständige Fotografie aufgenommen. So wurde er auch erstmals komplett sichtbar.

Gibt es auf ihm auch vulkanische Aktivität? – Merkur Steckbrief

Ja! Neueste Forschungen haben ergeben haben, dass vulkanische Aktivität den Planeten stark geprägt hat. Das bedeutet, dass es noch Vulkane, Lavaströme und vulkanische Eruptionen zu entdecken gibt.

Beeinflussen andere Planeten den Merkur auf seiner Reise?

Ja, denn seine Bahn wird zum Beispiel auch durch die Schwerkraftwirkung von Jupiter gestört.

Der Merkur Steckbrief für Kinder: Ist er gleichbleibend in seiner Größe?

Nein, denn er ist ein schrumpfender Planet. Forscher haben herausgefunden, dass er in den viereinhalb Milliarden Jahren seiner Existenz abgekühlt und dabei um mehrere Kilometer geschrumpft ist. Fast so wie eine Frucht, nachdem ihr Wasser entzogen wurde.

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